Arbeiten in Europa
©Shridhar Gupta/Unsplash

Wie viel arbeiten Europäer?

Je nach Land verbringen Angestellte in Europa unterschiedlich viel Zeit bei der Arbeit. Das hat das Portal LadenZeile.de herausgefunden beim Vergleich von 31 europäischen Ländern. Es wurde untersucht in welchem Land es die meisten gesetzlich festgelegten Urlaubstage und Feiertage gibt, wo die Menschen übers Jahr betrachtet die meisten Überstunden leisten und wo der Arbeitstag am kürzesten ist.

Die vertragliche Arbeitszeit und reale Arbeitsstunden weichen voneinander ab

Wer kennt nicht den Gedanken, dass man sein ganzes Leben bei der Arbeit verbringt? Auch wenn das zum Glück nicht ganz die Realität widerspiegelt, so stellen wir doch fest, dass Angestellte in allen Ländern Europas im Durchschnitt durch Überstunden mehr Zeit bei der Arbeit verbringen, als vertraglich vereinbart. In Island zum Beispiel beträgt die wöchentliche Arbeitszeit für eine Vollzeitstelle 40 Stunden. Tatsächlich arbeiten Isländer jedoch im Durchschnitt 44,5 Stunden pro Woche. In Dänemark hingegen hat eine Vollzeitstelle 37 Stunden. Die tatsächliche Arbeitszeit weicht nur gering davon ab: 1,5 Stunden mehr arbeiten die Dänen pro Woche und kommen somit auf 38,5 Stunden.

Wie lange dauert ein Arbeitsleben?

Wie sieht es im europäischen Vergleich mit der Dauer des Arbeitslebens aus? Die folgende Statista-Grafik zeigt, wer 2017 in Deutschland ins arbeitsfähige Alter von 15 Jahren kam, muss ab diesem Zeitpunkt im Schnitt noch 38,4 Jahre arbeiten, bevor er in Rente gehen kann. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich nicht Spitzenreiter, liegt aber über dem Schnitt der 28 EU-Mitgliedstaaten von 35,9 Jahren Lebensarbeitszeit. Am längsten müssen die Isländer arbeiten: 47 Jahre muss ein im Jahr 2017 15-jähriger noch arbeiten, bevor er oder sie die Rente genießen kann. Das kürzeste Arbeitsleben haben Italiener mit im Schnitt 31,6 Jahren.

Infografik: So lange dauert ein Arbeitsleben | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Wo gibt es die meisten freien Tage?

Freizeit und Erholung sind wichtig, um sich zu regenerieren und Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Addiert man die Anzahl der gesetzlichen Urlaubstage und Feiertage, so finden sich Malta und Österreich auf dem ersten Platz der Länder mit den meisten Freizeit mit insgesamt 38 freien Tagen, dicht gefolgt von Großbritannien mit 37 Tagen. Im Vereinigten Königreich gibt es zwar nur 9 gesetzliche Feiertage, allerdings führen die Briten die Liste mit den meisten gesetzlichen Urlaubstagen an: 28 Tage Urlaub sind festgelegt. Die Schweizer und die Iren haben die geringste Anzahl an freien Tagen: lediglich 29 Tage stehen Arbeitnehmern in beiden Ländern für ihre Freizeit zur Verfügung.

Wie viele Tage pro Jahr müssen wir arbeiten?

Die Anzahl der Arbeitstage schwankt in Europa zwischen 222 Tagen (Malta und Österreich) und 231 Tagen (Irland und Schweiz). Deutschland, Italien und Polen liegen im Mittelfeld. Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede nicht allzu groß zu sein. Allerdings ändert sich dieses Bild, wenn man die Überstunden mit in Betracht zieht und vor allem die Tatsache, dass ein Arbeitstag nicht überall acht Stunden hat.

Überstunden nach Ländern

Wenn man die Überstunden aller Arbeitstage im Jahr addiert und respektive der jeweiligen gesetzlichen Wochen-Arbeitsstunden in Tage umrechnet, dann ergibt sich folgendes Bild: Frankreich führt die Liste der Länder mit den meisten Überstunden an: fünf Stunden und 25 Minuten mehr arbeiten Franzosen pro Woche. Das macht über das ganze Jahr verteilt 35 zusätzliche Tage. Allerdings darf man nicht vergessen, dass in Frankreich eine Vollzeitstelle nur 35 Wochenarbeitsstunden hat. Tatsächlich verbringen Franzosen aber 40 Stunden und 25 Minuten pro Woche bei der Arbeit. In Island kommen Arbeitnehmer auf 25 Tage, die sie durch Überstunden übers Jahr verteilt akkumulieren – ausgehend von einer 40-Stunden-Woche. Ähnlich sieht es bei den Griechen aus. In Deutschland kommen Arbeitnehmer mit 1 Stunde und 36 Minuten pro Woche auf sechs zusätzliche Arbeitstage pro Jahr.

Deutschland im Vergleich mit Nachbarländern

Wer also viel Wert auf Freizeit legt und von einer kurzen Arbeitswoche träumt, könnte einen Umzug nach Dänemark oder Norwegen in Betracht ziehen. Denn auch bei Einkommen-Rankings belegen die beiden nordischen Länder nebst der Schweiz regelmäßig Spitzenplätze.