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Umfrage: Work and Travel lieber selbst organisieren

Ein Großteil der jungen Leute möchte ihre Work-and-Travel-Zeit selber organisieren, aber Unterstützung bei einzelnen Schritten der Reisevorbereitung bekommen. Dazu zählen unter anderem Flüge, Visa und Versicherungen fürs Ausland, Information rund um die Arbeitssuche und der Austausch mit anderen Reisenden. Nur sehr junge Leute bevorzugen ein komplettes Work-and-Travel-Paket bei einer Organisation oder Agentur. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung der INITIATIVE auslandszeit. Befragt wurden 3021Teilnehmer.

Direkt nach dem Abitur zum Work and Travel

Work-and-Traveller werden immer jünger, eine mögliche Begründung sei das G8-Abitur, gibt die INITIATIVE auslandszeit an. Ein gutes Drittel der Befragten war im Alter von bis zu 18 Jahren, dicht gefolgt von der zweitstärksten Gruppe mit 29 Prozent im Alter von 19 bis 21 Jahren. Der Anteil der 22- bis 25-Jährigen machte noch 18 Prozent aus. Nur rund 14 Prozent waren 26 bis 30 Jahre alt. Das in der vorigen Umfrage im Jahr 2017 berechnete Durchschnittsalter lag dagegen noch bei 24 Jahren. Die meisten Teilnehmer (60 Prozent) waren bei der neuen Befragung unter 21 Jahre oder jünger.

Wie im Jahr zuvor waren 70 Prozent der Umfrageteilnehmer weiblich, knapp 30 Prozent männlich. Der favorisierte Zeitpunkt für Work and Travel liegt weiterhin direkt nach dem Abitur/der Fachhochschulreife (56 Prozent). Während des Studiums wollen nur 15 Prozent das Reisen mit dem Arbeiten verbinden. Für jeden zweiten Befragten kommt aber auch eine Work-and-Travel-Zeit direkt nach dem Studium oder während des Berufs in einem Sabbatical als Option in Frage. Die Altersklasse „31 bis 35“ war nur mit 93 Teilnehmern gering vertreten. Haupt- und Realschulabsolventen machten nur vier Prozent aller Befragten aus.

Australien, Neuseeland und Kanada sind Favoriten

Fast 70 Prozent der Befragten hatten sich bereits für ihr Reiseziel entschieden. Wie zuvor sind auch aktuell die Reiseziele Australien, Neuseeland und Kanada die beliebtesten Länder für Work and Travel. Nur rund 500 Befragte interessierten sich für die USA (zum Beispiel als Au-Pair, Betreuer im Summercamp). Denn dort ist klassisches Work and Travel wegen der Visaregelungen kaum möglich. Aufenthalte in Argentinien und Chile standen auf Rang Sechs und Sieben. Insgesamt wollten nur 173 Befragte in eines von sieben aufgeführten europäischen Ländern zum Work and Travel. England war bei dieser Frage mit gerade mal mit 37 Angaben noch am stärksten gefragt.

Umfrage: Work and Travel lieber selber organisieren

Quelle: Auslandsjob

Wünsche unterschiedlich je nach Alter

Die ISM-Studierenden erarbeiteten typische Persönlichkeitsprofile („Personas“), um Work and Traveller und ihre Wünsche vergleichen zu können. Sie fanden heraus, dass je nach Lebenssituation, Alter, Geschlecht und geäußerten Präferenzen deutliche Unterschiede vorliegen. So informiert sich beispielsweise die 18jährige Abiturientin „Lisa“ über ihr Reiseziel vor allem auf Work-and-Travel-Webseiten und bei Familienangehörigen oder Freunden. Sie wünscht sich mehr Hilfe bei der Organisation als die 23-jährige Studentin „Anna“, die kurz vor ihrem Abschluss steht. Letztere möchte ihren Work-and-Travel-Aufenthalt weitgehend selbst organisieren, aber bei Problemen auf Unterstützung vor Ort zurückgreifen können. „Hans“, 27 Jahre, berufstätig im Vertrieb, verlässt sich dagegen ganz auf sein eigenes Organisationstalent. Er ist derjenige, der am längsten Work and Travel machen möchte.

Verbesserung der Sprachkenntnisse

Für die Mehrheit der Befragten sind drei Gründe für Work and Travel wichtig: Man will vor allem Abenteuer erleben und Spaß haben. An zweiter Stelle ist den Befragten die Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse wichtig. Auf Rang Drei steht der Wunsch, das Leben und die Kultur im Ausland besser kennenzulernen.

Angst vor Überforderung im Ausland

Work and Traveller haben vor allem Angst davor, im Ausland keinen Job zu finden. Sie machen sich Sorgen, dass ihnen unterwegs das Geld ausgeht. An dritter Stelle äußern sie Befürchtungen, im Ausland überfordert zu sein. Um aufkeimendes Heimweh machten sich auch einige Sorgen. Sehr gering ausgeprägt war die Furcht vor negativen Auswirkungen auf die eigene Karriere bei einer längeren Abwesenheit im Ausland. Auch über eine fehlende Unterstützung durch Familie, Partner und Freunde machten sich nur sehr wenige Gedanken.

Reisende wünschen sich Checklisten und App für Work and Travel

Die Umfrage macht deutlich, dass immer weniger junge Leute beim Work and Travel eine Pauschalreise wünschen. Um Ängste und Risiken einzugrenzen, nutzen aber viele Work and Traveller gerne einzelne Hilfeleistungen, so INITIATIVE auslandszeit. Nur die ganz jungen Teilnehmer und ihre Eltern griffen auf Reise-Pakete zurück. Die Mehrheit wähle eher punktuell aus. Begehrt seien beispielsweise Hilfe bei Flugbuchungen mit Open-Return-Tickets, eine Unterbringung für die erste Woche der Ankunft, Vorbereitungsseminare, E-Books und Unterstützung bei der Jobsuche. Der Bedarf sei groß. Interessierte finden eine Work-and-Travel-Planungscheckliste für Selbstorganisierer und eine Webseite zu Open-Return-Tickets mit günstigen Tarifen und flexiblem Rückflugdatum auf auslandsjob.de.

Zudem wurde in der Umfrage ein neuer Trend deutlich: Junge Leute möchten sich nicht bloß über Webseiten informieren. Sie wünschen eine Smartphone-App, die sowohl den direkten Austausch mit Work and Travellern ermöglicht, als auch gleichzeitig die Reisenden von der Planung bis zur Heimreise interaktiv begleitet. Die Entwicklung von einer solchen App sei bereits bei uns in der Planung, so INITIATIVE auslandszeit.