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In diesen Ländern finden Expats am besten neue Freunde

Ein Umzug ins Ausland bringt große Herausforderungen mit sich – so zum Beispiel neue Freunde zu finden. Nur 57 Prozent aller Expats weltweit fällt es leicht, neue Freundschaften zu schließen und ein noch geringerer Anteil von 45 Prozent findet es einfach, sich mit Einheimischen im jeweiligen Aufenthaltsland anzufreunden. Das hat die aktuelle Expat Insider Studie im Auftrag von dem Expat-Netzwerk InterNations ergeben. Befragt wurden über 18.000 Umfrageteilnehmer. Wo es für Expats am einfachsten ist, neue Freunde zu finden und wo es ihnen am schwersten fällt, zeigt dieser Beitrag.

Der Studie zufolge ist es am leichtesten, in Mexiko Anschluss zu finden. Des Weiteren finden sich Bahrain, Serbien, Costa Rica, Ecuador, Uganda, Kolumbien, Taiwan, Israel und Portugal unter den Top-Ten. Die Ergebnisse weisen auch auf die positive Wirkung eines Freundeskreises im Ausland hin: In neun der eben genannten Länder sind Expats mit ihrem Leben im Allgemeinen deutlich zufriedener als der weltweite Durchschnitt. Nur Serbien bildet eine Ausnahme. Dort sind nur etwas mehr als zwei Drittel (71 Prozent) mit ihrem Leben zufrieden.

Mit ganzen 92 Prozent der Studienteilnehmer, die ihr Leben im Allgemeinen positiv bewerten, sind Expats in Mexiko sogar die glücklichsten der Welt. Am unteren Ende der Rangliste klagen Expats in Kuwait (Platz 68 von 68), Schweden, Dänemark, der Schweiz, Saudi-Arabien, Deutschland, Norwegen, Finnland, Österreich und Estland (Platz 59) darüber, wie schwer es ist, in ihrem jeweiligen Aufenthaltsland neue Freunde zu finden. In neun dieser Länder sind die Befragten auch mit ihrem Leben generell weniger zufrieden als der weltweite Durchschnitt – lediglich Estland ist in dieser Hinsicht eine Ausnahme.

Quelle: InterNations

Mexiko rangiert seit 2014 kontinuierlich in den Top Drei und landet beim Thema Freundschaften im Ausland 2018 erneut auf dem ersten Platz. Über vier von fünf dort ansässigen Expats (82 Prozent) fällt es leicht, in ihrem Aufenthaltsland neue Freunde zu finden (versus 57 Prozent weltweit), während 77 Prozent angeben, dass es ebenfalls einfach sei, Freundschaft mit Einheimischen zu schließen (versus 45 Prozent weltweit). Diese Resultate könnten mit der offenen und freundlichen Haltung gegenüber Expats in Mexiko zusammenhängen: 90 Prozent der Befragten bewerten diesen Faktor positiv (versus 66 Prozent weltweit). Vielleicht sind die Expats in Mexiko auch darum die glücklichsten rund um den Globus: 92 Prozent sind mit ihrem Leben im Allgemeinen zufrieden, und 40 Prozent könnten laut eigener Aussage gar nicht glücklicher sein (versus 21 Prozent weltweit).

Quelle: InterNations

Im Vergleich zum Vorjahr ist Bahrain in der Rangliste der besten Länder, um Freunde zu finden, vom sechsten auf den zweiten Platz (von 68) aufgestiegen. Nun geben 77 Prozent der Expats an, dass es ihnen generell leichtfällt, neue Freunde zu finden (versus 57 Prozent weltweit), während 68 Prozent finden, es sei ebenfalls kein Problem, Freundschaft mit Einheimischen zu schließen (versus 45 Prozent weltweit). Dies könnte an der Freundlichkeit der Bevölkerung im Allgemeinen liegen, die von 92 Prozent der Umfrageteilnehmer positiv bewertet wird. Genau drei von fünf (60 Prozent) beschreiben die Bahrainer sogar als äußerst freundlich – doppelt so viel wie der globale Durchschnitt (30 Prozent). Die fehlende Sprachbarriere könnte dabei helfen, neue Leute kennenzulernen: Während es mehr als einem Drittel der Expats (34 Prozent) schwerfällt, die Landessprache zu erlernen, sind ganze 94 Prozent der Meinung, dass man auch ohne einschlägige Sprachkenntnisse problemlos in Bahrain leben kann.

Quelle: InterNations

Serbien taucht zum ersten Mal im Länderranking der Expat-Insider-Studie auf und landet in der Liste der Länder, in denen Expats am einfachsten neue Freunde finden, auf Platz Drei von 68. Die meisten Befragten (86 Prozent) beschreiben die Haltung der einheimischen Bevölkerung gegenüber Expats als freundlich (versus 66 Prozent weltweit). In der Tat fällt es 79 Prozent leicht, serbische Freunde zu finden (versus 45 Prozent weltweit), und fast drei Viertel (73 Prozent) haben keine Probleme damit, in Serbien generell neue Freundschaften zu schließen. Daher mag es wenig verwunderlich sein, dass fast die Hälfte aller Befragten in Serbien (47 Prozent) angibt, hauptsächlich mit Einheimischen befreundet zu sein – zusammen mit Brasilien der größte Anteil unter allen 68 Ländern weltweit.

Quelle: InterNations

Während Costa Rica 2017 noch den ersten Platz belegte, verfehlt es nun knapp die Top Drei der besten Länder, um neue Freunde zu finden. Trotzdem scheint Costa Rica sich weiterhin hervorragend dafür zu eignen, als Expat neue Leute kennenzulernen. Dies verdankt es wohl seiner besonders freundlichen Bevölkerung: Fast neun von zehn Expats (89 Prozent) beschreiben die „Ticos“ generell als freundlich, was 20 Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt (69 Prozent) liegt. Drei von fünf (60 Prozent) halten sie sogar für äußerst nett, doppelt so viel wie der Durchschnitt weltweit (30 Prozent). Ein Studienteilnehmer aus den USA meint sogar, dass die Herzlichkeit der Leute einer der besonderen Vorzüge des Expat-Lebens in Costa Rica sei. Vielleicht ist dies ja ein Grund dafür, warum circa drei von vier Expats dort generell keine Schwierigkeiten haben, neue Freunde zu finden (73 Prozent versus 45 Prozent weltweit) und Freundschaft mit Costa-Ricanern zu schließen (76 Prozent versus 57 Prozent weltweit).

Quelle: InterNations

Nachdem es 2017 auf dem elften Platz rangierte, schafft es Ecuador nun wieder in die Liste der zehnbesten Länder, um neue Freunde zu finden – sein bestes Ergebnis seit 2015, als es sogar den ersten Platz in dieser Kategorie belegte. Expats fällt es nicht nur leichter, Freundschaft mit Ecuadorianern zu schließen (67 Prozent positive Antworten im Jahr 2018 versus 57 Prozent in der 2017 Studie). sondern sie haben offenbar auch keine Probleme damit, dort überhaupt neue Freunde zu finden: 77 Prozent bewerten diesen Faktor positiv, verglichen mit nur 57 Prozent weltweit. Vielleicht haben sie es ja ihren neuen Freunden zu verdanken, dass sich vier von fünf Expats (80 Prozent) in der Kultur des Gastlandes heimisch fühlen. Dieser Wert liegt ganze 20 Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt (60 Prozent).

Quelle: InterNations

Uganda war schon immer das richtige Land, um als Expat neue Freunde zu finden, und rangiert diesbezüglich das vierte Jahr in Folge unter den Top-Ten weltweit. In der aktuellen Expat Insider Studie legt es bei den positiven Bewertungen, wie leicht es ist, neue Leute kennenzulernen, sogar um sieben Prozentpunkte zu (68 Prozent im Jahr 2017 versus 75 Prozent für das Jahr 2018). Ein Umfrageteilnehmer aus den USA beschreibt die Menschen in Uganda als „unglaublich freundlich“, und mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) hält die einheimische Bevölkerung sogar für sehr freundlich (versus 30 Prozent weltweit).

Expats könnte bei der Suche nach neuen Freunden auch helfen, dass es immer leichter zu sein scheint, in Uganda zu leben, ohne die Landessprache(n) zu sprechen: 2017 hielten dies bereits 80 Prozent der Expats einfach, doch inzwischen stimmen 89 Prozent dieser Aussage zu – und 61 Prozent halten es sogar für völlig problemlos. In dieser Hinsicht liegt Uganda weltweit auf dem dritten Platz: Nur in Bahrain (94 Prozent) und den VAE (87 Prozent) ist es noch einfacher, ohne Kenntnisse der Landessprache zurechtzukommen.

Quelle: InterNations

Fast drei Viertel aller Expats in Kolumbien (73 Prozent) fällt es leicht, neue Freunde zu finden (versus 57 Prozent weltweit) und Freundschaft mit Kolumbianern zu schließen (versus 45 Prozent weltweit). Immerhin 35 Prozent der Befragten sind sogar hauptsächlich mit Einheimischen befreundet – fast doppelt so viel wie der globale Durchschnitt (19 Prozent). Es könnte den Expats in Kolumbien auch zugutekommen, dass 57 Prozent die Landessprache ziemlich gut oder gar fließend sprechen (versus 46 Prozent weltweit), während es sich für weitere 17 Prozent um die Muttersprache handelt (versus 11 Prozent weltweit). Drei von vier Expats in Kolumbien (75 Prozent) fühlen sich außerdem in der Kultur ihres Gastlandes zu Hause, verglichen mit nur 60 Prozent aller Expats weltweit.

Quelle: InterNations

Taiwan landet 2018 wieder in den Top-Ten, nachdem es diese 2017 knapp verpasste, und steigert sich um sieben Plätze (2017: Platz 15). Mehr als drei Viertel der Expats (76 Prozent) fällt es leicht, dort neue Freunde zu finden, was 19 Prozentpunkte über dem weltweiten Durchschnitt (57 Prozent) liegt. Zum Teil könnte dies auf die leicht verfügbaren Freizeitaktivitäten und Angebote für soziale Kontakte zurückzuführen sein: Mehr als vier von fünf Studienteilnehmern (82 Prozent) sind damit zufrieden (versus 66 Prozent weltweit). Außerdem sagen 63 Prozent der Teilnehmer, dass es auch kein Problem sei, sich mit den Einheimischen anzufreunden (versus 45 Prozent weltweit). Die meisten Expats in Taiwan würden die Haltung Expats gegenüber als freundlich beschreiben (versus 66 Prozent weltweit).

Quelle: InterNations

Israel ist binnen eines Jahres um ganze 17 Plätze im Ranking aufgestiegen. Während es 2017 nur auf Rang 26 von 65 Ländern lag, zählt es nun zu den zehn besten Ländern, um Freunde zu finden. Einem überdurchschnittlich großen Anteil der Expats fällt es leicht, dort sowohl generell neue Freunde zu finden (73 Prozent versus 57 Prozent weltweit) als auch Freundschaft mit Einheimischen zu schließen (66 Prozent versus 45 Prozent weltweit).

Tatsächlich beschreiben 75 Prozent der Umfrageteilnehmer die Israelis als freundlich Expats (versus 66 Prozent weltweit), und mehr als zwei von fünf (41 Prozent) meinen sogar, dass sie gar nicht freundlicher sein könnten (versus 28 Prozent weltweit). Vielleicht hilft es, dass es kaum eine Sprachbarriere gibt: Während fast die Hälfte der Expats (46 Prozent) Schwierigkeiten hat, die Landessprache zu lernen, sind 64 Prozent der Meinung, dass es einfach sei, ohne entsprechende Sprachkenntnisse in Israel zu leben (versus 46 Prozent weltweit).

Quelle: InterNations

Portugal liegt beim Thema Freundschaften im Ausland in der neuesten Expat Insider Studie auf Platz 10 von 68. Fast zwei Drittel der Expats (64 Prozent) fällt es leicht, dort Freundschaft mit Einheimischen zu schließen (versus 45 Prozent weltweit), und 75 Prozent meinen, dass es auch generell leicht sei, neue Freunde zu finden (versus 57 Prozent weltweit). 82 Prozent der Expats fühlen sich in der portugiesischen Kultur heimisch. Das sind 22 Prozentpunkte mehr als im weltweiten Durchschnitt (60 Prozent). Es hilft vermutlich, dass die Portugiesen Expats gegenüber äußerst herzlich zu sein scheinen: Fast neun von zehn Befragten (87 Prozent) beschreiben die Haltung gegenüber Expats als freundlich (versus 66 Prozent weltweit), wobei mehr als die Hälfte (52 Prozent) sie sogar überaus freundlich findet (versus 28 Prozent weltweit).

Die zehn schlechtesten Länder, um neue Freunde zu finden

Norwegen (62. in 2018), Saudi-Arabien (64.), die Schweiz (65.), Dänemark (66.), Schweden (67.) und Kuwait (68.) rangierten innerhalb der letzten fünf Jahre in der Expat Insider Studie immer unter denjenigen zehn Ländern, in denen es am schwersten ist, als Expat Freunde zu finden. Außerdem landen in der aktuellen Studie noch Estland (59.), Österreich (60.), Finnland (61.) und Deutschland (63.) auf den untersten Plätzen. Dies zeigt einen interessanten regionalen Trend: In allen nordischen Ländern sowie den drei deutschsprachigen Ländern ist es schwer, Freunde zu finden. Expats in Estland, Saudi-Arabien und Kuwait scheint es schwer zu fallen, die einheimische Bevölkerung kennenzulernen: 48 Prozent der Studienteilnehmer in Estland, 57 Prozent in Saudi-Arabien und 65 Prozent in Kuwait finden es schwierig, sich mit ihnen anzufreunden, verglichen mit nur 36 Prozent der Expats weltweit.

In der Tat bewertet ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Expats in Estland (28 Prozent), Saudi-Arabien (40 Prozent) und Kuwait (59 Prozent) die Haltung der einheimischen Bevölkerung gegenüber Expats als im Allgemeinen unfreundlich (versus 19 Prozent weltweit). Ein Inder, der in Kuwait lebt, ist insbesondere enttäuscht von „der Mentalität der einheimischen Bevölkerung gegenüber Expats“. Während Expats in Estland offenbar weniger Probleme haben, generell neue Freunde zu finden (25 Prozent fällt dies schwer versus 25 Prozent weltweit), scheint dies in Saudi-Arabien (35 Prozent) und Kuwait (44 Prozent) nicht der Fall zu sein. Vielleicht ist das ein Grund dafür, wieso Expats in Kuwait und Saudi-Arabien ausgesprochen unzufrieden mit ihrem Leben sind: Circa ein Viertel der Studienteilnehmer in Kuwait (27 Prozent) und Saudi-Arabien (24 Prozent) gibt an, unglücklich zu sein, verglichen mit 11 Prozent weltweit. In Estland dagegen sind nur 10 Prozent der Studienteilnehmer mit ihrem Leben unzufrieden.

Freunde finden ist in Schweden am schwersten

Wenn es darum geht, Freunde zu finden, schneiden die nordischen Länder schon immer schlecht ab — alle vier sind seit 2015 auf den zehn untersten Rängen der Expat Insider Studie. Expats in Schweden scheinen es diesbezüglich besonders schwer zu haben: Mehr als der Hälfte (51 Prozent) fällt es schwer, neue Freunde zu finden. Dies sind sogar 14 Prozentpunkte mehr als in Finnland (37 Prozent), dem nordischen Land mit der zweitschlechtesten Bewertung. Es folgen Dänemark (36 Prozent) und Norwegen (34 Prozent). Hinzu kommt, dass fast einer von fünf Expats in Schweden (19 Prozent) es sogar extrem schwierig findet, neue Freunde zu finden. Dies ist weltweit der höchste Anteil, gefolgt von Dänemark (18 Prozent). Ein chilenischer Expat in Schweden berichtet, dass es „schwierig ist, Einheimische kennenzulernen und sich mit ihnen anzufreunden, sogar auf der Arbeit“. In Anbetracht dieser Herausforderung mag es verständlich sein, dass ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Expats in Norwegen (15 Prozent), Finnland (17 Prozent), Dänemark (18 Prozent) und Schweden (26 Prozent) mit ihrem Leben unzufrieden ist (versus 11 Prozent weltweit).

Schweiz unter deutschsprachigen Ländern für Expats besonders herausfordernd

Zum fünften Mal in Folge rangiert die Schweiz unter den zehn Ländern, wo es am schwersten ist, neue Freunde zu finden, und auch in Österreich und Deutschland sieht es nicht viel besser aus. Fast ein Drittel der Expats in Deutschland (30 Prozent), der Schweiz (30 Prozent) und Österreich (31 Prozent) hält die entsprechende einheimische Bevölkerung für generell unfreundlich, verglichen mit 17 Prozent weltweit. Ein Expat aus den USA bezeichnet „die generelle Unfreundlichkeit der Menschen hier“ sogar als einen der schlimmsten Aspekte seines Lebens in Deutschland.

Einem Großteil der Expats in Österreich (48 Prozent), Deutschland (56 Prozent) und der Schweiz fällt es ebenfalls schwer, sich mit Einheimischen anzufreunden (versus 36 Prozent weltweit). Tatsächlich finden 26 Prozent der Studienteilnehmer in der Schweiz, dass dies gar nicht schwerer sein könnte — doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt (13 Prozent). Vielleicht sind es die fehlenden sozialen Beziehungen, die Expats in den deutschsprachigen Ländern so unzufrieden machen: 13 Prozent in Österreich und 14 Prozent in der Schweiz sowie in Deutschland geben an, mit ihrem Leben im Allgemeinen nicht glücklich zu sein (versus elf Prozent weltweit).