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Die lebenswertesten Städte für Expats

Weltweit ist Wien die Stadt mit der höchsten Lebensqualität für ins Ausland entsandte Mitarbeiter. Die österreichische Hauptstadt landete im internationalen Vergleich vor Zürich. München teilt sich Platz Drei mit der neuseeländischen Stadt Auckland und der kanadischen Metropole Vancouver. Bagdad bildet wie auch in den Vorjahren das Schlusslicht des Rankings. Das hat die von der Beratungsgesellschaft Mercer durchgeführte weltweite Vergleichsstudie zur Bewertung der Lebensqualität von Expatriates in 231 Großstädten ergeben.

Mit München, Düsseldorf (Rang Sechs) und Frankfurt am Main (Rang Sieben) wiederholten drei deutsche Großstädte ihre Vorjahresplatzierungen in den Top Ten, die durch Kopenhagen (Rang Acht), Genf (Rang Neun) und Basel (Rang Zehn) komplettiert werden. Auch Berlin (Rang 13), Hamburg (Rang 19) und Nürnberg (Rang 23) bestätigten ihre Ergebnisse aus 2018, während Stuttgart einen Rang zulegen konnte (Rang 27). Leipzig belegt mit einigem Abstand wie im Vorjahr Rang 60, was unter anderem dem begrenzten Angebot an internationalen Schulen und Freizeitmöglichkeiten geschuldet ist.

Um die Lebensqualität der Städte zu beurteilen, wurden 39 Faktoren analysiert, die aus Sicht von ins Ausland entsendeten Mitarbeitern eine zentrale Rolle spielen. Gruppiert in zehn Kategorien umfassen diese Faktoren unter anderem soziale, politische, wirtschaftliche und umweltorientierte Aspekte. Hinzu kommen Kriterien wie Gesundheit, Bildungs- und Verkehrsangebote sowie andere öffentliche Dienstleistungen.

Die lebenswertesten Städte für Expats

Quelle: Mercer

Vielfältige Herausforderungen für Unternehmen

Angespannte Handelsbeziehungen und populistische Strömungen dominieren weiterhin das globale Wirtschaftsklima. Angesichts einer drohenden Straffung der Geldpolitik und der sich abzeichnenden Volatilität der Märkte ist es für internationale Unternehmen wichtiger denn je, ihre Auslandsaktivitäten richtig zu gestalten.

Laut Mercer sind die meisten internationalen Unternehmen im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit auf starke Kompetenzen und Ressourcen vor Ort angewiesen. Das persönliche und berufliche Wohlbefinden der Personen, die an die ausländischen Standorte entsendet werden, beeinflusst dabei maßgeblich den Geschäftserfolg. Unternehmen, die ins Ausland expandieren wollen, müssen eine Vielzahl von Überlegungen anstellen, um herauszufinden, wohin sie Mitarbeiter am besten entsenden und wo sie neue Niederlassungen gründen. Der Schlüssel zum Erfolg sind relevante, zuverlässige Daten und standardisierte Erhebungen. Sie sind für Arbeitgeber unerlässlich, um kritische Entscheidungen zu treffen – von der Frage, wo Büros eingerichtet werden, bis hin zur Festlegung, wie globale Arbeitskräfte verteilt und entlohnt werden und wo sie wohnen.

Luxemburg am sichersten

Ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität einer Stadt ist die persönliche Sicherheit. Die daraus resultierende Stabilität ist der Grundstein für den Erfolg von Unternehmen und der entsendeten Mitarbeiter. In diesem Jahr hat Mercer ein separates Sicherheits-Ranking erstellt, das Faktoren wie Kriminalität, Strafverfolgung, Einschränkungen der persönlichen Freiheit, außenpolitische Beziehungen zu anderen Ländern und Pressefreiheit analysiert. Dominiert wird dieses Ranking von westeuropäischen Ländern: Luxemburg gilt als sicherste Stadt der Welt, gefolgt von Helsinki und dem Schweizer Trio Basel, Bern und Zürich als gemeinsame Zweitplatzierte. Die Schlusslichter im Spezial-Ranking bilden Bangui in der Zentralafrikanischen Republik auf Platz 230 und Damaskus auf Platz 231. Das Vierergespann Düsseldorf, Frankfurt, München und Nürnberg verfehlt mit einem gemeinsam belegten Rang Elf nur knapp die Top Ten. Mit Stuttgart auf Platz 17 sowie Berlin und Hamburg auf einem geteilten Platz 28 liegen zwei weitere deutsche Städte unter den ersten 30.

Die Sicherheit des Einzelnen wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst und ist ständig im Wandel, da sich die Umstände und Bedingungen in Städten und Ländern von Jahr zu Jahr ändern. Diese Rahmenbedingungen sind für multinationale Unternehmen von entscheidender Bedeutung, wenn sie Mitarbeiter ins Ausland entsenden. Die Faktoren berücksichtigen alle möglichen Bedenken hinsichtlich der persönlichen Sicherheit eines Expatriates und können einen erheblichen Einfluss auf die Kosten internationaler Vergütungsprogramme haben, so Mercer. Um über die Lebensqualität an allen Standorten, an denen Mitarbeiter eingesetzt werden, auf dem Laufenden zu bleiben, benötigen Unternehmen genaue Daten und objektive Prozesse, um die Kostenauswirkungen von sich verändernden Lebensstandards zu ermitteln.

Die lebenswertesten Städte für Expats

Quelle: Mercer

Europäische Städte besonders beliebt

Trotz politischer und wirtschaftlicher Turbulenzen und einem Brexit, dessen Konsequenzen noch nicht vollends absehbar sind, verzeichnen europäische Metropolen weiterhin weltweit die höchste Lebensqualität: In den Top Ten platzierten sich acht und in den Top-25 16 europäische Städte. Die großen europäischen Hauptstädte Berlin (13), Paris (39) und London (41) konnten jeweils ihr Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholen, während Madrid (46) drei Plätze zulegte und Rom (56) einen. Minsk (188), Tirana (175) und St. Petersburg (174) sind die europäischen Städte mit den niedrigsten Platzierungen, während Sarajevo (156) aufgrund eines Rückgangs der gemeldeten Kriminalität drei Plätze nach oben kletterte.

Der dritte Rang für Vancouver ist gleichbedeutend mit der besten Platzierung einer nordamerikanischen Stadt in den letzten zehn Jahren. Alle US-amerikanischen Städte im Ranking verloren in diesem Jahr Plätze. Einzige Ausnahme ist New York, das dank sinkender Kriminalitätsraten einen Rang gut machen konnte (44). San Francisco auf Rang 34 bleibt die US-Stadt mit der höchsten Lebensqualität.

Deutliche Verbesserungen in Istanbul und Bagdad

In Südamerika rangiert Montevideo (78) erneut an der Spitze der Lebensqualität, während Caracas aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in jüngster Vergangenheit von Rang 193 auf 202 fiel und im Spezial-Ranking Sicherheit Rang 222 belegt.

Dubai (74) rangiert in puncto Lebensqualität nach wie vor an erster Stelle im Nahen Osten, dicht gefolgt von Abu Dhabi (78). Obwohl Bagdad immer noch das Schlusslicht im Ranking bildet, gab es deutliche Verbesserungen bei den Sicherheits- und Gesundheitsdiensten.

Ein Rückgang der Kriminalitätsrate und keine Terroranschläge in den letzten zwölf Monaten führten dazu, dass Istanbul (130) vier Plätze gut machen konnte.

In Asien hat Singapur (25) die höchste Lebensqualität, gefolgt von den fünf japanischen Städten Tokio (49), Kobe (49), Yokohama (55), Osaka (58) und Nagoya (62).

Wie in den Vorjahren schneiden Städte in Neuseeland und Australien weit vorne ab: Auckland (Rang Drei), Sydney (Rang Elf), Wellington (15) und Melbourne (17) platzieren sich unter den ersten 20. Im Spezial-Ranking Sicherheit fahren Auckland und Wellington die höchste Platzierung für Ozeanien (Rang Neun) ein.

Deutsche Städte punkten mit hoher Sicherheit

Auch 2019 schneiden die deutschen Städte weiterhin vergleichsweise gut ab: Laut Studie sind die Kriminalitätsraten gering, die Strafverfolgung effizient, und die sozialen und politischen Verhältnisse sind stabil. München biete darüber hinaus ein ausgezeichnetes Angebot an internationalen Schulen, eine gute städtische Infrastruktur sowie eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten – ein Aspekt, der eine hohe Anziehungskraft auf jüngere Expatriates ausübe.