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Studie: Millennials lieben Städtereisen

Nach Baby Boomers und Generation X nehmen Millennials die größte Altersgruppe bei internationalen Reisen ein. Städtetrips sind bei ihnen besonders beliebt und einige unter ihnen sind bereit, fürs Reisen auch viel Geld auszugeben, so dass inzwischen die Hälfte aller Luxusreisen von Millennials unternommen werden. Das hat die Sonderauswertung des World Travel Monitor im Auftrag der ITB Berlin ergeben. Befragt wurden 500.000 Reisende.

Reisen der Millennials wachsen stark

2017 sind die Auslandsreisen der Millennials im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gewachsen und damit doppelt so stark im Vergleich zum Gesamtmarkt. Die junge Generation der heute 18- bis 38-jährigen ist mit einem Marktanteil von über 40 Prozent die größte Altersgruppe aller weltweiten Auslandsreisenden. Allerdings – und das ist sicherlich eine Herausforderung für die Tourismusindustrie – ist diese Zielgruppe ziemlich heterogen. Junge Reisende, die gerade die Schule verlassen haben, stellen andere Ansprüche als Mittdreißiger, die bereits über ein stabiles Einkommen verfügen und mit ihren Kindern Urlaub machen.

Millennials als segmentierte Zielgruppe

Mit steigendem Alter der Millennials steigt auch das verfügbare Einkommen in der Regel immer mehr – und somit auch das Budget für Reisen. Bereits die Hälfte aller internationalen Luxusreisen (definiert als Reisen mit Mindestausgaben von 750 Euro pro Nacht für Kurzreisen und 500 Euro pro Nacht für längere Reisen) wird von ihnen gebucht – ein Anteil, der in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Zudem gehören Millennials zu den Gästen im Luxussegment mit den höchsten durchschnittlichen Ausgaben. Gleichzeitig bucht diese Zielgruppe aber auch mehr preiswerte Urlaube im Vergleich zum Gesamtmarkt. Diese sehr unterschiedlichen Ansprüche sind ein weiterer Indikator dafür, dass Millennials insgesamt eine eher segmentierte Zielgruppe ist.

USA ist beliebteste Reisedestination

Der größte Quellmarkt für Millennials sind die USA, gefolgt von China, Großbritannien und Deutschland, welche zusammen einen Marktanteil von 35 Prozent haben. Auch als Reiseziel steht die USA an erster Stelle und verzeichnete 2017 die höchste Besucherzahl von Millennials, gefolgt von Spanien, Deutschland und Frankreich. Aber auch die asiatischen Destinationen Japan, Südkorea und Indien sowie Australien und die europäischen Länder, insbesondere Irland und skandinavische Länder, liegen im weltweiten Vergleich mit einem überdurchschnittlichen Anteil hoch in der Gunst von Millennials. Im Gegensatz dazu ist das Interesse an Spanien, Österreich und China eher gering.

Städtetrips und Strandurlaub

Urlaub ist der Hauptzweck der internationalen Reisen und nur 15 Prozent der Millennials sind geschäftlich unterwegs, was aber in etwa auch dem Gesamtmarkt entspricht. Die bevorzugte Urlaubsart sind Städtereisen, die mit einem Marktanteil von rund einem Drittel über dem Durchschnitt liegen. Beim Städtetrip ganz oben stehen Sehenswürdigkeiten und die Atmosphäre einer Stadt genießen, Shopping sowie gutes Essen. An zweiter Stelle stehen Strandurlaube, bei denen Millennials am liebsten entspannen, schwimmen gehen und sonnenbaden, aber auch die Natur und gutes Essen genießen.

Authentische Erlebnisse gefragt

Die Analyse zeigt, dass Millennials dem Thema Overtourism kritisch gegenüberstehen und sich von überlaufenen Destinationen leichter gestört fühlen – sie suchen vermehrt nach authentischen Erlebnissen.

Ebenso reagieren sie im Vergleich zum Gesamtmarkt sensibler auf Terrorwarnungen. Eine spezielle Umfrage des World Travel Monitor zeigt, dass sie im Falle von Terrorwarnungen eher dazu neigen, nicht zu verreisen, bis sich die jeweilige Situation verbessert hat.

Bestens informiert vor Reisen

Vor der Reisebuchung überlassen Millennials nichts dem Zufall. Für ihre Reiseplanung verwenden sie mehr Informationsquellen als der Durchschnitt – vorzugsweise übers Internet und digitale Kommunikationskanäle. Neun von zehn Vertretern dieser Zielgruppe recherchieren vor Reiseantritt online. Insbesondere Reiseblogs, Reiseforen und Social-Media-Kanäle nutzen sie häufiger als andere. Aber auch traditionelle Informationskanäle wie Reisebüros, Printmedien und TV werden von dieser ihnen überdurchschnittlich oft zurate gezogen.

Wenn es um die eigentliche Buchung für Reisen geht, gibt es jedoch wenig Unterschied zum Gesamtmarkt bis auf einen etwas höheren Anteil an Onlinebuchungen. Jedoch führen Millennials ihre Onlinebuchung häufiger per Smartphone und Mobilgerät aus im Vergleich zum Durchschnittsreisenden.

Höheres Bildungsniveau und mehr Frauen

Laut den World Travel Monitor-Daten haben Millennials ein höheres Bildungsniveau als durchschnittliche Auslandsreisende. Trotz eines stetigen Anstiegs in den letzten Jahren haben sie aber im Vergleich immer noch ein niedrigeres Einkommen – auch als Folge ihres jüngeren Alters. Zugleich ergibt die Analyse, dass es unter Millennials einen überdurchschnittlich hohen Anteil an weiblichen Reisenden gibt, im Gegensatz zum gesamten Auslandsreisemarkt.