Altersvorsorge USA
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US-Amerikaner tun zu wenig für Altersvorsorge

Die Lebenserwartung in den USA ist im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen – doch die Hälfte der Amerikaner ist finanziell nicht für diese extra Lebenszeit bereit. Davor warnen Experten des Stanford Center on Longevity in einer aktuellen Studie. Ob Millennial oder Baby-Boomer – für viele US-Bürger ist ein Ruhestand mit 65 demnach illusorisch, da es an Ersparnissen und einem Eigenheim mangelt.

„Wir, als alternde Gesellschaft, bewegen uns in die falsche Richtung, was ausreichendes Vorbereiten für lange Leben betrifft“, meint die Psychologin Tamara Sims, Erstautorin der Studie. Für viele Amerikaner bestehe das Risiko, dass sie nie finanzielle Sicherheit erreichen. US-Bürger im Alter von 25 bis 64 Jahren sparen derzeit nicht annähernd genug für die Altersvorsorge, um mit 65 in Rente zu gehen. Dazu müssten den Forschern zufolge 25-Jährige zehn bis 17 Prozent ihres Einkommens zur Seite legen; wer erst mit 35 zu sparen beginnt, sogar 15 bis 20 Prozent. Real zahlen rund die Hälfte der Amerikaner am Arbeitsplatz in Renten-Sparpläne ein, doch im Schnitt nur sechs bis acht Prozent ihres Einkommens.

Keine Ersparnisse für Altersvorsorge

Millennials verfehlen die Sparziele der Studie zufolge zwar am deutlichsten, aber bei weitem nicht als einzige. Auch Baby-Boomern fehlt es an Ersparnissen. Rund 30 Prozent der zwischen 1954 und 1959 geborenen Mid-Boomer haben Nullstände in betrieblichen sowie privaten Renten-Sparplänen. Rund 70 Prozent dieser Altersklasse sind zudem mit im Schnitt 110.000 Dollar pro Familie verschuldet, wobei 15 Prozent Schulden in einer Höhe von mehr als der Hälfte ihres Vermögens haben. Länger arbeiten und im Alter kürzer treten, federt das nur bedingt ab. Viele Amerikaner werden im Ruhestand eine finanzielle Krise durchlaufen, warnen die Forscher.

Hohe Studentenkredite erschweren das Sparen

In den USA gilt ein Eigenheim als starker Indikator für finanzielle Sicherheit im Alter. Doch genau dieses haben die Menschen immer seltener und wenn, dann später. „Jüngere Generationen streben an zu heiraten, Kinder zu haben, Studentenkredite abzuzahlen und anzufangen, für die Rente zu sparen, ehe sie ein Eigenheim kaufen“, sagt Sims. Damit entgeht ihnen der Vorteil, dass dieses an Wert gewinnen kann.

Für junge Amerikaner besonders problematisch sind der Studie zufolge Studentenkredite. Einerseits ermöglichen diese einen Studienabschluss, der die Tür zu besser bezahlten Jobs und damit finanzieller Sicherheit aufstoßen kann. Andererseits müssen die Kredite abgezahlt werden, was zunächst das Eigenkapital der Jungen begrenzt. Sie können es sich also oft gar nicht leisten, die nötige Anzahlung auf ein Eigenheim zu tätigen.