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Japan: Nachfrage nach neuen Mitarbeitern besonders hoch

Aufgrund der rückläufigen Bevölkerungszahlen beginnen japanische Unternehmen, das Anwerben neuer Arbeitskräfte radikal umzudenken. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist so hoch wie noch nie seit 44 Jahren. Suchenden wird dafür eine bislang ungeahnte Fülle an potenziellen Jobmöglichkeiten geboten.  Firmen, die jedoch keine besonders attraktive Position mit persönlichen Begünstigungen bieten können, geraten stark unter Druck.

Völlig untypische Situation für Japan

Flexible Arbeitszeiten, eine kostenlose Kinderbetreuung oder Unterstützung beim Finden und Mieten einer Wohnung sind laut der News-Seite Channel NewsAsia mittlerweile neben dem Gehalt immer wichtigere Faktoren, die entscheiden, ob man sich für eine bestimmte Stelle bewirbt oder nicht. Die Lage sei vollkommen untypisch für das „Land des Lächelns“. Solche Nebenboni sind bislang in den USA und in Europa üblich. In Japan gab es bis vor Kurzem noch eine ausgeprägte Kultur der Aufopferung der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber, so das Portal.

Doch das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Der japanische Arbeitsmarkt ist im Umbruch. Die Zahl der arbeitsfähigen Bevölkerung im Land hat 1995 mit insgesamt 87 Millionen Menschen einen absoluten Höhepunkt erreicht. Bis zum Jahr 2065 soll dieser Wert aber aktuellen Prognosen zufolge auf bis zu 45 Millionen Menschen einbrechen. Unternehmen, die sich auf diesen radikalen demografischen Wandel nicht schnell genug eingestellt haben, werden das Nachsehen haben.

Harte Zeiten für einige Betriebe

Einige Firmen haben sich bereits an die neuen Gegebenheiten angepasst und versuchen nun, mit besonders attraktiven Jobangeboten neue Mitarbeiter anzulocken. So hat etwa der Automobil-Gigant Toyota erst im April eine neue 24-stündige Kinderbetreuungseinrichtung für Schichtarbeiter in der Nähe seiner Firmenzentrale eröffnet.

Andere Betriebe wiederum hinken der Entwicklung noch hinterher und bekommen deshalb auch negative Konsequenzen zu spüren. Als Beispiel wird etwa auf den Halbleiterspezialisten Silicon Technology verwiesen, der unlängst die Produktion in einer seiner Fabriken um die Hälfte drosseln musste, weil es ihm nicht gelungen war, genug Arbeiter anzuheuern.