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Zelt und Camper: Island aktiv und günstig bereisen

Es gibt kaum einen Ort, an dem Urlaubern die Bedeutung des Wortes Freiheit so bewusst wird, wie in der isländischen Natur. Wer sich fernab der Zivilisation bewegen will, muss dort nicht weit gehen. Sogar nahe der Ringstraße fühlt es sich an, als gäbe es kilometerweit keine anderen Menschen. Dass Islandurlaub mit Zelt oder Camper außerdem überraschend erschwinglich ist, dürfte vor allem Fans von Individualreisen begeistern.

Zelten in Island: Dicht dran an der Natur

Island per Zelt zu erkunden, ist recht einfach möglich. Als ideal für einen Urlaub in der freien Natur gelten die Monate Juni, Juli und August, denn in diesem Zeitraum sind die Tage lang und das Wetter ist vergleichsweise mild. Mit etwas Glück ist Zelten aber bereits im Mai oder später im September denkbar. Vor der Anreise sollten sich künftige Zelturlauber unbedingt mit den Bedingungen in Island vertraut machen. Es lohnt sich, rechtzeitig zu wissen, wo es Campingplätze gibt, wann diese geöffnet sind und welche Supermärkte und gegebenenfalls auch Ärzte sich in der Nähe befinden.

Was Campingplätze in Island betrifft, finden Interessierte unter camping.info eine gute Übersicht. Einige Campingplätze in Island sind recht komfortabel ausgestattet und verfügen neben sanitären Einrichtungen auch über Strom. Wer sich jedoch etwas weiter in die Natur hinaus wagt, muss teilweise auf diesen Komfort verzichten – und entsprechend gut vorbereitet anreisen.

Wenn es um wildes Zelten in Island geht, ist Vorsicht geboten! Es gibt nämlich klare Verbote, die vor allem dazu dienen, die empfindliche Natur zu schützen. Nicht wild Campen dürfen Reisende in Südisland und in den drei Nationalparks Vatnajökull, Thingvellir sowie Snaefellsjökull. Wer es sich auf Privatgelände gemütlich machen möchte, muss selbstverständlich dessen Eigentümer um Erlaubnis bitten. Lediglich auf Brachland in der Nähe öffentlicher Wege ist es unter Umständen gestattet, außerhalb eines Campingplatzes zu nächtigen.

Im Camper schlafen: Mehr Komfort und Flexibilität

Zelten in Island ist Naturverbundenheit pur! Allerdings lässt sich hierbei nicht von der Hand weisen, dass die äußeren Gegebenheiten einem in die Quere kommen können. Immerhin ist Island bekannt für sein mitunter launisches Wetter. So kann es passieren, dass Reisende in mancher Sommernacht bei Regen und Wind kein Auge zu bekommen und Schutz in Hostels oder anderen Unterkünften suchen müssen.

Wer dieses Risiko umgehen und nicht jeden Tag mit dem Zeltaufbau beschäftigt sein will, könnte mit einem Campervan besser beraten sein. Der Vorteil: ist das Wetter einmal schlecht, schützt die Karosserie vor Kälte und Nässe und dennoch bleiben Traveller flexibel. Teilweise sogar flexibler als diejenigen, die nur mit dem Zelt unterwegs sind, denn beispielsweise auf der Ringstraße lässt es sich per PKW schneller vorankommen als per Bus. Einen Camper in Island mieten zu können, hat also viele Vorzüge.

Trotzdem sollten sich Urlauber der Tatsache bewusst werden, dass vor allem das Übernachten in einem Camper, beispielsweise mit Dachzelt, nicht überall erlaubt ist. Dahingehend sind erneut Campingplätze die Orte der Wahl, um eine Nacht in der Natur zu verbringen. Ein weiterer Vorteil, den Camper im Vergleich zu Zelten haben, ist die Flexibilität im Notfall. Ärzte und Supermärkte sind selbstverständlich sehr viel leichter erreichbar, wenn ein fahrbarer Untersatz zur Verfügung steht. Der Fakt, dass Island laut des EHCI nach den Niederlanden und Dänemark das drittbeste Gesundheitssystem Europas vorweisen kann, ist da sehr beruhigend.

Naturschutz steht an erster Stelle

Ganz egal ob Camper oder Zelt – wer in Islands Natur einen aktiven Urlaub verbringt, muss Respekt vor ihr haben. Auch wenn die Insel wild und mächtig wirkt, ist ihr ökologisches Gleichgewicht ein fragiles Konstrukt, das unter verantwortungslosen Urlaubern leidet. So verursacht beispielsweise das Entfernen oder Beschädigen von Moos Schäden, die über Jahrzehnte hinweg nicht mehr behoben werden können.

Dass Müll außerdem nicht in die isländische Natur gehört, versteht sich von selbst. Wie lange es dauern kann, bis beispielsweise eine einfache Plastiktüte im Meer abgebaut wird, zeigt eine Übersicht des Umweltbundesamtes. Abfall jedweder Art gehört daher in eine eigens dafür vorgesehene Tüte und sollte nur an Orten entsorgt werden, die dafür ausgelegt sind.

Über die Autorin:

Rebecca Schnobl hat sich für ein Leben in Island entschieden und lebt seit 2015 auf der Insel im Nordatlantik. Sie kennt das Land und die Bedingungen vor Ort und weiß, dass Camping oft die günstigste Reisemöglichkeit ist.