Kreuzfahrtschiffe
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Kreuzfahrtschiffe: Wo sie herkommen, wem sie gehören

Der Kreuzfahrtbranche geht es gut: Immer mehr Deutsche buchen eine Kreuzfahrt. Waren es 2009 noch 1,4 Millionen Menschen, die es auf See zog, sind es 2017 mit 2,7 Millionen Passagieren schon fast doppelt so viele gewesen. Dabei hat jeder Reisende im Schnitt 1700 Euro für sein Ticket bezahlt. Schaut man hingegen auf das Passagieraufkommen der größten Kreuzfahrthäfen in Europa, so landen die beiden deutsche Häfen Rostock und Hamburg nur auf den hinteren Rängen. Platz für Wachstum ist also noch vorhanden.

Die Reiserouten mit den meisten Passagieranteilen führen übrigens nicht durch die Karibik, sondern entlang der Küsten von Nord-West-Europa – gefolgt von der Region Mittelmeer/Schwarzes Meer. Im Schnitt waren Kreuzfahrtreisende dabei rund 9 Tage unterwegs. Die am häufigsten angesteuerten Passagierhäfen nach Anzahl der Passagiere sind der Grafik unten zufolge Barcelona in Spanien, Civitavecchia in Italien und Southampton in Großbritannien.

Dem Trend entsprechend sind auf den Weltmeeren  immer mehr Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Ihre Ziele sind immer aufregend, die Belegschaft international. Doch wo kommen diese Schiffe eigentlich her? Kann man der Flagge immer trauen beziehungsweise lässt sie per se Rückschlüsse auf den Konstruktionsort der Meeresdampfer zu? Und wem gehören sie eigentlich?

Diese Punkte hat sich das Portal sonnenklar.TV in einer umfassenden Analyse der 100 größten Schiffe einmal genauer angesehen. Dabei kam heraus: 53 der 100 größten Kreuzfahrtschiffe (also mehr als die Hälfte) wurden in italienischen und deutschen Werften konstruiert . Davon entfallen 37 Schiffe auf den Spitzenreiter, die Fincantieri-Werft in Triest. Die Baukosten beliefen sich hierbei bislang auf 21,4 Milliarden Euro, während in der deutschen Meyer Werft in Papenburg 26 Schiffe für 17,2 Milliarden Euro entstanden.

Auf Rang drei landet mit 18 Schiffen und Baukosten von insgesamt 10,2 Milliarden Euro STX France aus dem französischen Saint-Nazaire. Besagte Werft ist übrigens auch die Erbauerin der „Symphony of the Seas“. Knapp dahinter liegt mit 15 Schiffen und Konstruktionskosten in Höhe von 9,8 Milliarden Euro die Meyer Turku Werft in Finnland. Mitsubishi Heavy Industries aus Japan hat von den 100 größten Kreuzfahrtschiffen weltweit nur vier für Gesamtkosten in Höhe von 2,1 Milliarden Euro gebaut.

Kreuzfahrtschiffe

Wie sich während unserer Analyse herausgestellt hat, entspricht der Länder-Background einer Werft nicht dem der Reederei eines Kreuzfahrtschiffs. Spitzenreiter unter den Kreuzer-Besitzern sind dabei unangefochten US-amerikanische Reedereien: Sieben Unternehmen teilen sich den Besitz von insgesamt 68 Schiffen – darunter auch die „Symphony of the Seas“ mit Zugehörigkeit zur Royal Caribbean International.

Weit abgeschlagen, aber dennoch auf Rang zwei befinden sich zwei italienische Reedereien (Costa Crociere und MSC Kreuzfahrten), denen insgesamt 18 der 100 Schiffe zuzuordnen sind. Erst danach rangieren deutsche und britische Reedereien, die jeweils sechs der größten Kreuzer ihr Eigen nennen. Auf die Reederei Dream Cruises mit Sitz in Hongkong entfallen zwei Schiffe.

Kreuzfahrtschiffe Flagge

Interessantes Ergebnis der Analyse: Das Heimatland der Reederei sagt noch lange nichts darüber aus, in welchem Land ein Meeresgigant schließlich tatsächlich registriert wird – was die entsprechende Flagge zur Folge hat. Hierbei stellte sich heraus, dass die Bahamas offenbar besonders beliebt sind. 35 der 100 Kreuzfahrtschiffe hissen deren Flagge. Auf Platz zwei rangiert Panama (19 Schiffe), gefolgt von Malta (14 Schiffe), Italien (elf Schiffe) und Bermuda (zehn Schiffe). Die britische Flagge hissen nur neun Schiffe, die niederländische gar nur zwei.

Infografik: Urlaubstrend Kreuzfahrten | Statista

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