Gesundheitskosten
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USA: Gesundheitskosten treiben Millionen in Armut

Die im Haushalt anfallenden Krankenversicherungsprämien, Zuzahlungen und Selbstbehalte haben 2014 über sieben Millionen US-Amerikaner in die Armut getrieben. Das zeigt eine aktuell im „American Journal of Public Health“ erschienene Studie. Demnach verschärfen solche Gesundheitskosten auch die Einkommensungleichheit extrem. Die Autoren kritisieren das US-Gesundheitssystem daher massiv.

Einkommens-Einschnitt für Arme

„In vielen anderen Ländern hilft das Gesundheitswesen, die Folgen von Armut abzufedern. Doch unser Finanzierungssystem für die Gesundheitsversorgung treibt Millionen Amerikaner in die Armut und fördert Ungleichheit“, sagt Steffie Woolhandler, Professorin für Volksgesundheit am Hunter College und Medizin-Dozentin an der Harvard Medical School. Das hat eine Analyse von Daten der monatlich durchgeführten „Current Population Survey“ des U.S. Census Bureau aus den Jahren 2010 bis 2015 ergeben.

Die Forscher haben zunächst ermittelt, wie viele Menschen in den USA grundsätzlich unter der Armutsgrenze leben. Dann haben sie bestimmt, wie viele unter die Armutsgrenze fallen, wenn ihre Gesundheitskosten berücksichtigt werden. Diese belasten einkommensschwache Haushalte überproportional stark. Das Einkommen der ärmsten zehn Prozent fällt nämlich durch Gesundheitskosten um fast die Hälfte (47,6 Prozent). Das US-Medianeinkommen fällt durch Krankenversicherung und andere medizinische Ausgaben dagegen nur um acht Prozent, das Einkommen des reichsten Prozents der Bevölkerung gar nur um 1,3 Prozent.

Sehr großer Ungleichheitsfaktor

Die Analyse zeigt auch, dass die Gesundheitskosten in den USA die Ungleichverteilung erhöht. Der Gini-Koeffizient, bei Ökonomen ein Maßstab für Einkommensungleichheit, verschlechtert sich bei Berücksichtigung der Gesundheitsausgaben um 1,37 Punkte. „Eine nationale Gesundheitsversicherung, die mittels Progressivbesteuerung anstelle von Versicherungen und Zahlungen aus der eigenen Tasche finanziert wird, würde die Kostenlast in Richtung jener verschieben, die es sich leisten können und die Gesundheit der Nation verbessern“, meint daher David Himmelstein, Professor für Gesundheitswesen und -politik am Hunter College.

Quelle: pressetext.com