Entsendung nach Finnland
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Entsendung nach Finnland: Neue Meldepflichten eingeführt

Ab dem 1. September 2017 führt Finnland eine Meldepflicht für Unternehmen, die Mitarbeiter in das nordische Land entsenden, ein. Dies betrifft alle Entsendungen, unabhängig von ihrer Einsatzdauer. Ausgenommen sind konzerninterne Entsendungen bis zu maximal fünf Arbeitstagen. Die Ausnahme gilt nicht für die Baubranche.

Meldung bei finnischer Arbeitsschutzbehörde

Die Meldung ist vor dem Beginn des Arbeitseinsatzes oder spätestens am ersten Arbeitstag an die Arbeitsschutzbehörde abzugeben. Zu melden sind unter anderem Informationen über das Unternehmen, den Auftraggeber, das Generalunternehmen (im Baugewerbe), den Vertreter, den Mitarbeiter, den Beginn und die Dauer der Entsendung, den Einsatzort und die Branche. Eine erneute Meldung wird erforderlich, wenn die Daten sich ändern.

„Wir empfehlen entsendenden Unternehmen, die neuen Meldepflichten ernst zu nehmen. Sanktionen können teuer werden und sogar zu einem Abbruch der Entsendung führen“, weiß Omer Dotou, Global-Mobility-Experte der auf Entsendeberatung spezialisierten BDAE Consult GmbH.

Die finnische Wirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Strukturwandel durchgemacht. Während Finnland in den fünfziger Jahren noch eine Agrarnation war, hat es in außerordentlich kurzer Zeit den Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft vollzogen. Rund zwei Drittel der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. Gleichwohl ist es immer noch die Industrie, von deren Entwicklung die Wirtschaftskraft des Landes abhängt. Die Industrie erwirtschaftet auch rund 85 Prozent der finnischen Exporterlöse.

Rund 300 deutsche Unternehmen in Finnland aktiv

Deutschland ist derzeit Finnlands Handelspartner Nummer Eins mit Importen aus Deutschland im Wert von 8,2 Millarden Euro und Exporten im Wert von 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2015. Mehr als 80 Prozent der importierten Güter erreichen Finnland auf dem Seeweg, dabei kommt den deutschen Seehäfen Hamburg, Rostock und Lübeck eine Schlüsselrolle zu.

Deutschland ist eines der Hauptzielländer für finnische Investitionen. Rund 280 finnische Firmen haben in Deutschland investiert, vor allem die bereits in Deutschland vertretene Papierindustrie (Stora Enso, UPM-Kymmene Oyj und Metsäliitto). Die Aktivitäten deutscher Unternehmen in Finnland haben in den letzten Jahren zugenommen. Rund 300 deutsche Unternehmen sind derzeit in Finnland vertreten, darunter viele traditionsreiche Unternehmen.

Quelle: AHK Finnland