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Deutsche Autofahrer haben häufigste Auslandsunfälle in Italien

Deutsche Autofahrer melden immer mehr Unfälle aus dem Ausland. Insgesamt wurden 2016 gegenüber dem Vorjahr 9,1 Prozent mehr Auslandsunfälle aus einem anderen Land gemeldet, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

So gingen im letzten Jahr beim Zentralruf der Autoversicherer 32.384 Meldungen zu Auslands-Unfällen in Deutschland zugelassener Autos mit Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen ein. Erneut passierten die meisten Unfälle in Italien: Mehr als jeder sechste Unfall – insgesamt 5.519 Unfälle – wurde von dort gemeldet; das entspricht einer Zunahme von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frankreich, lange Zeit selbst an der Spitze, folgt mit 5.050 Unfallmeldungen in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Zahlreiche Auslandsunfälle auch in Frankreich und den Niederlanden

Der Statistik zufolge sind es vor allem nahe gelegene ausländische Reiseziele, die weiterhin die meisten Schadensmeldungen ausweisen. Auf die beiden „Spitzenreitern“ folgen die vergleichsweise kleinen Niederlande, die mit 4.184 Unfällen einen Anstieg um 6,4 Prozent gegenüber 2015 zu verzeichnen haben. Österreich hat noch deutlicher zugelegt: 3.534 Unfälle bedeuten einen Anstieg um 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit deutlichem Abstand folgt Polen, wo die Unfallmeldungen auf 2.576 (plus 14,9 Prozent) stiegen. An sechster Position der Statistik folgt Belgien relativ stabil mit 1.528 Unfällen (minus 0,7 Prozent). Auf diese sechs Länder entfallen somit mehr als zwei Drittel (69,1 Prozent) aller gemeldeten Auslandsunfälle.

Sommermonate sind besonders unfallträchtig

Besonders unfallträchtig seien vor allem die Sommermonate. Das gilt vor allem für den August mit 5.405 und den September mit 4.268 gemeldeten Unfällen. Im August 2016 wurden uns im Schnitt täglich 180 Unfälle aus dem Ausland gemeldet. Die Reisesaison macht mit 15.755 Unfallmeldungen von Juni bis einschließlich September fast die Hälfte (48,7 Prozent) der Bilanz des Gesamtjahres 2016 aus. In den besonders unfallträchtigen Ländern Italien und Frankreich liegt dieser Anteil noch höher: Beim französischen Nachbarn entfallen 49,5 Prozent der Unfallmeldungen auf diese Sommerferien-Monate, auf den italienischen Straßen sind es sogar 57,1 Prozent.

Die Empfehlung des GDV an alle Autofahrer: Stellen Sie rechtzeitig vor der Urlaubsreise alle Unterlagen griffbereit zusammen, die Sie für den Fall des Falles benötigen. Ins Reisegepäck gehören unbedingt der Europäische Unfallbericht, die Nummer des Zentralrufs der Autoversicherer 0800 250 260 0 (aus dem Ausland +49 40 300 330 300) sowie die Grüne Karte. Zudem sollte die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 präsent oder noch besser gespeichert sein.

Europäischer Unfallbericht für Auslandsunfälle bereit haben

Der Europäische Unfallbericht erleichtert die Unfall-Protokollierung: Die inhaltlich und grafisch standardisierte Form vereinfacht die Aufnahme eines Unfalls im In- und Ausland. Das Formular ist als Durchschreibesatz bei jeder Kfz-Versicherung bestellbar.

Die Broschüre zum Europäischen Unfallbericht des GDV enthält Ausfüllhilfen in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch und Russisch.

Der Zentralruf ermittelt Schadenregulierungsbeauftragte für ausländische Versicherungen: In jedem EU-Land gibt es für jede Versicherung einen Ansprechpartner, den so genannten Schadenregulierungsbeauftragten. Kennt der Geschädigte die gegnerische Versicherung nicht, wird diese von einer Auskunftsstelle ermittelt. In Deutschland ist das der Zentralruf der Autoversicherer in Hamburg: er benennt die jeweilige Versicherung und deren Ansprechpartner in Deutschland. Dieser Service erfolgt nicht nur für Länder der EU, auch die Schweiz sowie alle Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – Island, Lichtenstein und Norwegen – sind dabei eingeschlossen.

Auch die Grüne Karte ist nach wie vor sinnvoll: Sie ist zwar in der EU nicht mehr vorgeschrieben, eine Mitnahme ist jedoch sinnvoll. Verlangt wird sie bei Fahrten in folgende Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland, Serbien, Türkei, Tunesien, Ukraine und Weißrussland. Der Fahrzeughalter erhält sie bei seiner Autoversicherung.