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Mit Kindern ins Ausland umziehen: Diese 7 Tipps machen es leichter

Zieht eine Familie mit Kindern in ein neues Heim, ist das alleine schon eine aufregende Angelegenheit. Befindet sich dieses neue Heim aber auch noch in einem anderen Land, dürfte der Nervositätsfaktor – trotz aller Vorfreude – noch weiter steigen. Neben den eigenen Unsicherheiten, die ein solcher Schritt bei den Eltern auslöst, steht vor allem die Sorge, wie der Nachwuchs den Wechsel von Umfeld und Kulturkreis verkraftet. Es lohnt sich deshalb, im Vorfeld ein paar Strategien zu entwickeln, wie man Kindern den Umzug einerseits schmackhaft macht und ihnen andererseits die Eingewöhnung in der neuen Heimat erleichtert.

Neuen Studien zufolge verkraften Kinder bis fünf Jahre eine Ortsumstellung recht gut (in der Regel haben sie in diesem Alter noch keinen festen Freundeskreis), aber auch sie sind auf emotionale Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Besonders große Schwierigkeiten haben vor allem Teenager, für die der Umzug sehr belastend werden kann. Sie müssen neben ihren Erziehungsberechtigten die meisten – zum Teil negativen – Veränderungen in Kauf nehmen. Dazu gehört beispielsweise, die erste große Liebe zurückzulassen, sich in ein neues Schulsystem eingewöhnen, eine neue Sprache lernen müssen und sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen.

Mit diesen sieben Tipps können Eltern, die beruflich oder privat ins Ausland gehen, es ihren Kindern leichter machen

1. Mit den Kindern sprechen

Expats sollten ihren Kindern die Gründe für den Ortswechsel und die damit verbundenen Chancen für die ganze Familie erläutern. Dabei ist es wichtig, zu signalisieren, dass dieser Schritt viel Positives für alle mit sich bringt. Sie sollten ihre Sprösslinge zudem ermutigen, Fragen zu stellen und ihnen mitzuteilen, was sie auf dem Herzen haben. Für kleine Kinder helfen unter Umständen Bücher etwa „Conni zieht um“ von Liane Schneider und Eva Wenzel-Bürger oder „Friendship is about Dubai“ von Stefanie Opitz. Ersteres Buch eignet sich auch für Kleinkinder, letzteres für Kinder im Grundschulalter.

2. Infos zum neuen Land aufbereiten

Es ist sinnvoll, seinen Kindern Informationen zum neuen Land an die Hand zu geben und dabei auch auf besondere kulturelle Unterschiede hinzuweisen. Vor allem für Heranwachsende ist es wichtig, potenzielles interkulturelles Stolperfallen zu kennen und entsprechend umgehen zu können. Um es kleinen Kindern einfacher zu machen, sollten Eltern herausfinden, welche Aktivitäten die neue Heimatbasis bereithält: Wo befindet sich der Zoo, gibt es besondere Spielplätze, sind schöne Parks in der Nähe oder stehen Festivals beziehungsweise lokale Straßenfeste an? All dies kann zur Vorfreude auf das neue Leben in der Ferne beitragen.

3. Die Familie in den Prozess einbeziehen

Werden Kinder über den Umzugsprozess auf dem Laufenden gehalten, so nimmt ihnen dies Unsicherheiten und sie fühlen sich eher als Teil des Ganzen. Dürfen sie etwa beim Aussortieren ihrer Spiel- und Anziehsachen sowie beim Packen mithelfen, gibt ihnen das ein gutes Gefühl. Packen sie dabei gemeinsam einen Karton, in dem sich die Lieblingssachen befinden und an den das Kind schnell herankommt. Eventuell können auch haltbare Snacks verstaut werden, die auf der Reise schnell zur Hand sind. Hat eine Familie mehrere Kinder, sollte jedes Kind seine eigenen Kartons bekommen, wo die persönlichen Habseligkeiten getrennt von denen des Geschwisterkindes verstaut werden. Das vermeidet später Streit und Tränen zwischen den Kindern.

Am Umzugstag sollten Kinder nicht unbedingt weggegeben werden (sofern es keine Säuglinge sind), sondern am Prozess teilhaben. Es hilft ihnen dabei, die Veränderung anzunehmen, wenn sie beispielsweise den Umzugshelfern der Spedition zusehen können. Vor allem internationale Umzugsunternehmen wie AGS Froesch Germany kennen sich mit solchen Situationen aus und lassen Kinder sogar beim Umzug partizipieren. Geschieht das Ganze mit einer Prise Humor, lockert dies vielleicht auch die angespannte Lage auf.

4. Für Abschiedsparty und Erinnerungen sorgen

Wenn aus dem Abschied ein fröhliches Fest gemacht wird, fällt es allen in der Regel leichter, sich auf das Neue zu freuen. Die Familie hat auf diese Weise Gelegenheit, alle lieben Verwandten und Freunde noch einmal zu sehen, die Verbindung untereinander zu stärken und Fotos zur Erinnerung zu machen. Es empfiehlt sich auch, die wichtigsten und schönsten Orte wie zum Beispiel den Kindergarten, den heimischen Zoo oder das Haus der Spielfreundin zu besuchen und Fotos zu machen. Wenn die Bilder zudem noch Platz in einem persönlichen Album finden, das mit in das neue Zielland kommt, wird die alte Heimat gebührend gewürdigt und erinnert.

mit Kindern ins Ausland

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5. Das Kinderzimmer zuerst einrichten

Weil vor allem kleine Kinder Routine und Stabilität brauchen, sollten Eltern zuallererst das Kinderzimmer im neuen Heim einrichten. Das vertraute Bett, die Schäfchenlampe, das Lieblingskuscheltier und Schnuffelkissen – all diese vertrauten Dinge geben den Sprösslingen in der neuen Umgebung Geborgenheit. Wenn möglich sollten die mitgebrachten oder neuen Möbel ähnlich wie im alten Zuhause aufgebaut werden, damit der kleine Nachwuchs sich wohl fühlt und besser schlafen kann.

Auch wenn der Ankunftstag besonders stressig ist, sollten sich Expat-Familien unbedingt Zeit für ein gemeinsames Essen nehmen. Es reicht, den Lieferservice zu bemühen und sich mit der Pizza auf dem Boden und eventuell bei Kerzenschein zusammenhinzusetzen und die Mahlzeit im Kreis der Familie einzunehmen. Die so entstehende entspannte Atmosphäre hilft den Kindern später beim Einschlafen. Es sollte zudem der „Zubettgeh-Rhythmus“ so gut es geht eingehalten werden.

6. Die Nachbarn kennenlernen und sich integrieren

Soziale Kontakte erleichtern die Eingewöhnung in der neuen Umgebung, deshalb sollten sich Expat-Familien schnellstmöglich ihren Nachbarn vorstellen. Vor allem unter Kindern entwickeln sich schnell Freundschaften, die sich auf die Eltern übertragen können. Eine kleine „Housewarming-Party“ kann den Kennenlernprozess beschleunigen. Es lohnt sich außerdem so früh wie möglich den neuen Wohnort zu erkunden, Schule und Kindergarten zu besichtigen und sich über Freizeitaktivitäten vor Ort für den Nachwuchs zu informieren. Vielleicht gibt es eine Pfadfinderorganisation, einen Turnverein oder Fußballclub, in welche die Kinder eintreten können.

Sobald eine erste räumliche Orientierung stattgefunden hat, sollten Eltern gemeinsam mit ihren Kindern einen Plan erstellen, auf denen die wichtigsten Orte eingezeichnet sind und der Weg dorthin beschrieben wird. Kinder sollten auch wissen, an welchen Straßen sie besonders aufpassen müssen und welche Orte sie meiden sollten.

7. Genügend Raum zum Ankommen bieten

Eltern müssen sich überdies in den ersten Wochen und Monaten in Geduld üben, denn Kinder brauchen Zeit, um auch mental in der neuen Umgebung anzukommen. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die ganz Kleinen plötzlich wieder ins Bett nässen oder Schlafstörungen bekommen oder die Älteren zunächst bei den schulischen Leistungen nachlassen. All das ist in einer solchen einschneidenden Lebensphase bei Kindern ganz normal. Es ist wichtig, dass man sich Zeit für die Ängste, Sorgen und Nöte der Kinder nimmt und sie auch tröstet.

Der Autor:

Antoine Duquesnay ist Geschäftsführer bei AGS Froesch Germany.

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