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Zehn Tipps für einen stressfreien und rechtssicheren Umzug ins Ausland

Den meisten Menschen jagt das Thema Umzug regelrecht Schweißperlen auf die Stirn. Allein die Tatsache, seinen Wohnort zu verlagern, ist für die meisten eine psychische Herausforderung, denn es gibt keine Garantie, dass das neue Umfeld auch das schönere ist. Kommt es dann zum Thema Wohnungsauflösung oder Hausverkauf mit anschließendem Kistenpacken und Möbelschleppen, ist schlechte Laune vorprogrammiert. Wie ergeht es da wohl Personen, die nicht nur ihr Heim wechseln, sondern mit Kind und Kegel auch in ein vollkommen neues Land ziehen? Jahr für Jahr wagen tausende Expats und anderen Personen einen Neuanfang fernab der Heimat. Für viele erscheint die Organisation des Umzugs fast noch schwieriger als der Start in ein neues Leben im Ausland selbst. Doch das muss nicht sein. Wer einige Grundregeln beherzigt, sich gut strukturiert und Spezialisten an Bord holt, meistert den Ortswechsel weitgehend stress- und konfliktfrei. Die folgenden zehn Tipps zum Thema Umzug ins Ausland helfen dabei.

  1. Das alte Heim frühzeitig auf den Verkauf vorbereiten

Bevor Expats und Auswanderer ihr Eigenheim am Markt anbieten, sollten sie sämtliche Reparaturmaßnahmen am Objekt durchführen lassen und einen professionellen Reinigungsservice engagieren. Käufer sind in der Regel sehr aufmerksam und registrieren jeden noch so kleinen Mangel. Hinzu kommt, dass selbst kleine Reparaturen den Verkaufspreis erhöhen können.

  1. In ein Hausgutachten investieren

Sowohl beim Kauf als auch Verkauf eines Objektes kann es sich durchaus lohnen, einen Gutachter oder Immobilienmakler zu beauftragen, um dessen Wert zu ermitteln. Beim Kauf gehen Expats somit sicher, einen marktüblichen Preis zu zahlen und beim Verkauf der eigenen Immobilie laufen sie so nicht Gefahr, diese unter Wert zu verkaufen. Die Kosten dafür können bei einem Verkauf in die Veräußerungssumme integriert und beim Kauf mit dem Verkäufer geteilt werden.

  1. Bei Kind & Kegel: Ein Objekt in Schulnähe suchen

Vor allem wenn schulpflichtige Kinder mit ins Ausland gehen, sollten Expats bei der Wahl ihres neuen Heims darauf achten, dass die Schule sich in der Nähe befindet beziehungsweise von dort gut erreichbar ist. Das hilft nicht nur bei der Entwicklung einer neuen Alltagsroutine, sondern erspart auch eine Menge logistischen Stress.

  1. Sich mit den besonderen Bestimmungen des Gastlandes auseinandersetzen

Die Sitten und Gebräuche anderer Länder haben auch Einfluss auf den Umzug beziehungsweise auf die Gegenstände, die zusammen mit dem Umzugsgut eingeführt werden dürfen. So unterliegen beispielsweise Lebensmittel und Alkohol in fast allen Ländern besonderen Bestimmungen oder dürfen überhaupt nicht eingeführt werden. Neu gekaufte Möbel sollten mindestens ein Jahr in Gebrauch sein, bevor sie ins Entsendungsland eingeführt werden dürfen. Der Grund: Sie werden sonst unter Umständen als Handelsware deklariert, für die Steuern und Zölle fällig werden.

  1. Sich Unterstützung vom Spezialisten holen

Ein Umzug ins Ausland ist ohne Experten kaum zu bewältigen. Zu viele Rechtsvorschriften gibt es zu beachten, die nur erfahrene und internationale Umzugsunternehmen wie beispielsweise AGS Froesch Germany kennen und bei Unkenntnis hohe Strafgebühren zur Konsequenz haben können. Neben Zollvorschriften, Quarantänebestimmungen beispielsweise für Haustiere und Zimmerpflanzen spielt sogar die Verpackung von Umzugsgut eine entscheidende Rolle. Wichtig: Da schon die Beschaffung der erforderlichen Umzugsdokumente viel Zeit in Anspruch nehmen kann, sollten Betroffene frühzeitig einen Umzugsspezialisten kontaktieren. Wer von seinem Arbeitgeber ins Ausland entsandt wird, sollte unbedingt klären, inwieweit dieser sich an den Kosten beteiligt. Einer aktuellen Studie von InterNations zufolge übernimmt fast jede zweite Firma (48 Prozent) die gesamten Umzugskosten ins neue Aufenthaltsland.

  1. Niemals auf „den letzten Drücker“ Sachen packen

Die richtige Planung ist ein wichtiger Schlüssel zum stressfreien Umziehen. Es erweist sich als sinnvoll, Dinge, die man nicht alltäglich nutzt, frühzeitig auszusortieren und zu verpacken. Eine entsprechende vorab erstellte Liste hilft dabei.

  1. Für Plan B sorgen: Eine Alternative recherchieren

Für den Fall, dass der Umzugscontainer bei Ankunft im Ausland die neue Heimat noch nicht erreicht hat oder das zur Verfügung gestellte Heim aus irgendeinem Grund noch nicht beziehbar ist, sollten sich Expats und Auswanderer vorab um eine alternative Unterbringungsmöglichkeit kümmern. So gibt es beispielsweise Dienstleister, die möblierte Wohnungen oder Appartements für temporäre Aufenthalte vermieten. Je nach Land könnte unter Umständen auch eine Wohnung im Bereich Sharing Economy eine kostengünstige Option sein.

  1. Deutsches Melderecht beachten

Wer aus Deutschland wegzieht und keine Immobilie mehr bewohnt, muss sich bei der Meldebehörde in Deutschland abmelden – dies ist verpflichtend. So schreibt es das Bundesmeldegesetz vor. Die Abmeldung erfolgt dort, wo der bisherige Lebensmittelpunkt war und zwar eine Woche vor Auszug oder spätestens zwei Wochen nach dem Umzug ins Ausland. Wer sich nicht daran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro geahndet wird. Einen Zweitwohnsitz in Deutschland zu behalten, während der Hauptwohnsitz im Ausland ist, ist rechtlich hierzulande unmöglich. Einen Nebenwohnsitz in Deutschland zu haben, funktioniert nur, wenn auch der Hauptwohnsitz im Inland liegt.

  1. Das Melderecht des Gastlandes beachten

Jeder Staat hat seine eigenen Regelungen und Fristen, was die Anmeldung von Neuankömmlingen angeht. In Spanien beispielsweise müssen sich Neuankömmlinge anderer Nationalitäten in das so genannte Ausländerregister eintragen lassen, um die für den Aufenthalt erforderliche Identitätsnummer für Ausländer (Número de Identificación de Extranjero NIE) zu erhalten. Wer in die Schweiz zieht, muss sich innerhalb von acht Tagen beim zuständigen Amt melden – andernfalls folgt eine Geldbuße. Um in Italien eine Wohnung zu mieten oder ein Haus zu kaufen, ist die italienische Sozialversicherungsnummer (codice fiscale) zwingend erforderlich – ohne sie geht praktisch gar nichts. Diese Nummer erhalten auch Ausländer beim Finanzamt am Wohnort.

  1. Sich für den Kulturschock wappnen

Fast jeden ereilt er nach einer anfänglichen euphorischen Phase in der neuen Heimat: Der Kulturschock. Er lässt sich kaum vermeiden, aber durchaus abfedern. Je mehr man über interkulturelle Differenzen und besondere Gepflogenheiten des Gastlandes weiß, desto geringer sind in der Regel die Anfangsschwierigkeiten und Missverständnisse. Unter Umständen lohnt es sich, in ein interkulturelles Training zu investieren, in dem auch Strategien aufgezeigt werden, wie man als Ausländer mit schwierigen Alltagssituationen umgeht.

Der Autor:

Antoine Duquesnay ist Geschäftsführer bei AGS Froesch Germany.

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