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USA: Wohnsitz entscheidend für Todesursache

Wie und wann gestorben wird, hängt in den USA stark vom Wohnsitz ab, also davon, wo man lebt, wie eine Studie der University of Washington zeigt. Während Menschen entlang des Mississippi mit höherer Wahrscheinlichkeit an Herzproblemen sterben als anderswo in den USA, sind es in Kentucky und im Westen von West Virginia vor allem chronische Atemwegserkrankungen, die zum Ableben führen. Psychopharmaka sowie der Missbrauch von Medikamenten sind wiederum die häufigsten Todesursachen in Alaska, Arizona und New Mexico.

Mithilfe dieser Infos können sollen regionale Gesundheitsverantwortliche ihren Fokus auf die spezifischen Probleme richten, erklärt Studienautor Ali Mokdad. Speziell die ländlichen Gebiete haben meist nicht die Ressourcen, um sich allen Gesundheitsproblemen anzunehmen, so der Experte. Daher sei es wichtig eine Priorisierung vorzunehmen. „Wir sagen ihnen, welches Problem Vorrang hat“, unterstreicht Mokdad.

Für die Studie haben die Forscher über 80 Mio. Todesfälle in den USA von 1980 bis 2014 unter die Lupe genommen und dabei die Sterberaten für 3.110 Countys beziehungsweise Gruppen von Countys analysiert. Fazit: Es existiert eine große Ungleichheit in Bezug auf Todesursachen – und zwar sowohl innerhalb eines Bundesstaates als auch innerhalb der gesamten USA.

Lebensstil neben Wohnsitz bedeutsam

So sind zum Beispiel für die Menschen im Südosten, bedingt durch Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht, die Todesursachen häufig Herzkrankheiten oder Diabetes. In Texas, Arizona, Nevada, Colorado, North und South Dakota tendieren die Menschen wiederum eher zu Alkohol, was wiederum die Gefahren einer Leberzirrhose oder chronischer Leberleiden mit sich bringt. Auf der anderen Seite profitieren die Menschen in Nord- und Zentral-Colorado vom gesunden Lebensstil. Daher gibt es dort auch weniger chronisch bedingte Todesfälle.

Für die regionalen Unterschiede bei den Todesfällen sind vor allem vier Faktoren verantwortlich: Soziale und ökonomische Faktoren, wobei ärmere Menschen viel häufiger ein ungesünderes Leben führen. Der Zugang zum Gesundheitssystem ist ein zweiter wichtiger Faktor. So ist der Anteil an nicht versicherten Personen in vielen Regionen noch sehr hoch. Der dritte Faktor ist die Qualität des Gesundheitssystems. Der vierte Faktor beruht auf Gewohnheiten wie Rauchen, ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol und Drogen.

Quelle: www.pressetext.com