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USA: Gewandelter Jobmarkt nutzt Frauen

Frauen profitieren von Veränderungen auf dem US-Jobmarkt, so eine aktuelle Studie des Pew Research Center. Denn sie arbeiten eher in Berufen, die hohe soziale oder analytische Kompetenz erfordern und einen steigenden Stellenwert haben. Das habe wohl auch dazu beigetragen, dass die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern seit 1980 zurückgegangen sei – auf heute 20 statt früher 40 Prozent.

Sozialkompetenz-Plus

Nicht nur Berufe, die hohe technische Kompetenz erfordern, sind der Studie „The State of American Jobs“ zufolge im Aufwind. Auch in Berufsfeldern, die hohe soziale Kompetenz oder analytische Fähigkeiten erfordern, haben die Beschäftigungszahlen überdurchschnittlich zugelegt. Hybrid-Berufe wie Lehr- oder Management-Jobs, die beides erfordern, liegen demnach überhaupt an der Spitze. Mit einem Plus von 94 Prozent im Zeitraum 1980 bis 2015 ist dieses Segment fast doppelt so stark gewachsen wie die Beschäftigungszahl über alle Berufe (plus 50 Prozent).

Eben davon dürften Frauen profitieren, so die Studie. Denn während sie nur 47 Prozent der Gesamt-Erwerbsbevölkerung stellen, sind sie in Berufen mit sozialem oder analytischem Schwerpunkt bereits in der Mehrheit (55 beziehungsweise 52 Prozent). Schwere körperliche Arbeit dagegen bleibt eine Männerdomäne, nur drei von zehn US-Beschäftigten sind hier Frauen – allerdings ist das auch kein Wachstumssegment.

Kleiner Einkommens-Vorteil

Dass in den USA Frauen eher in jenen Berufsfeldern zu finden sind, die wachsen, dürfte sich der Studie zufolge positiv auf ihr Einkommen auswirken. Inflationsbereinigt haben Frauen demnach in Vollzeitbeschäftigung 2015 um 32 Prozent mehr verdient als 1980, während Männer sogar drei Prozent weniger inflationsbereinigtes Einkommen hatten als vor 35 Jahren. Damit hat sich in diesem Zeitraum die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern halbiert – allerdings verdienen Frauen im Median immer noch 20 Prozent weniger.

Junge Arbeitskräfte indes erscheinen durch die moderne US-Wirtschaft zunehmend einkommensdiskriminiert. Denn während 55- bis 64-Jährige in den USA heute zehn Prozent mehr verdienen als 1980, ist das inflationsbereinigte Einkommen der 16- bis 24-jährigen Erwerbstätigen um elf Prozent gesunken.

Quelle: pressetext.com