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Schottland: Whisky-Exporte steigen wieder

Im ersten Halbjahr 2016 hat das schottische Whisky-Exportvolumen binnen Jahresfrist um 3,1 Prozent zugelegt. Das ist das erste Wachstum seit drei Jahren, so die Scotch Whisky Association (SWA). Der Exportwert ist im gleichen Zeitraum allerdings marginal gesunken. Zudem warnt die SWA, dass die Scotch-Branche aufgrund des bevorstehenden Brexit vor neuen Herausforderungen stehen könnte. Immerhin entfallen knapp zwei Fünftel der schottischen Whisky-Exporte auf die EU.

Mehr Flaschen, weniger Wert

Ein Scotch-Exportvolumen von 533 Millionen 70-Zentiliter-Flaschen ist eine volumenmäßige Steigerung gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 (517 Millionen Flaschen). Der Gesamt-Zollwert ist dabei von 1,71 Milliarden auf 1,70 Milliarden Pfund gesunken. Jedoch sei auch das eine tendenziell positive Entwicklung, so die SWA. Denn der Wertrückgang der Whisky-Exporte hatte im ersten Halbjahr 2015 noch drei Prozent betragen. Ebenfalls positiv vermerkt der Brachenverband, dass hochwertige Single Malts vergleichsweise stark zugelegt haben. Auf 49 Millionen Flaschen Single Malt Whisky, also weniger als ein Zehntel des Gesamtvolumens, entfiel demnach ein Viertel des Exportwerts.

„Es ist allerdings klar, dass die Unsicherheiten des Brexit-Votums Herausforderungen für die Exporteure bedeuten werden“, warnt SWA Chief Executive David Frost. Immerhin gehen 39 Prozent der Scotch-Exporte in die EU, berichtet die „BBC“. Der volumenmäßig größte Abnehmer ist Frankreich mit 90,9 Millionen Flaschen in der ersten Jahreshälfte. „Wir werden uns weiterhin für frühzeitige Klarheit über die voraussichtliche Form der künftigen britischen Handelsbeziehungen mit der EU starkmachen“, betont Frost.

Weltweite Unterschiede beim Absatz

Zumindest kurzfristig könnte das Brexit-Votum aufgrund der resultierenden Pfund-Schwäche sogar eher positive Auswirkungen auf den Scotch-Export haben. Zudem sind ohnehin die USA der wertmäßig größte Abnehmer, da dorthin eher hochwertiger Scotch exportiert wird. Der schnellstwachsende Markt war im ersten Halbjahr 2016 hingegen Indien, mit einem Volumenplus von 41 Prozent.

Die Whisky-Exporte nach Lateinamerika sind mit plus fünf Prozent Volumen zwar ebenfalls gestiegen. Allerdings kletterte der Anteil billigen Stoffs noch deutlicher, sodass es beim Wert ein Minus von elf Prozent gab. Die Afrika-Exporte sind sogar volumenmäßig um neun Prozent zurückgegangen. Der Export ist für die Scotch-Branche absolut lebenswichtig, da nur etwa sieben Prozent der Gesamtproduktion in Großbritannien verkauft werden.

Quelle: www.pressetext.com