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Studie: Frauen europaweit im Job benachteiligt

In Europa gibt es weiterhin große Ungleichheiten zwischen der beruflichen Situation von Frauen und Männern. Das zeigt eine aktuelle Studie von Glassdoor Economic Research, die insgesamt 12 Schlüsselindikatoren zur Gleichstellung zwischen den Geschlechtern untersucht hat. Zu den Faktoren gehören auch die Beschäftigungsquote, die Quote in Führungspositionen und die indirekten Kosten der Mutterschaft.

Eine weitere Erkenntnis der Erhebung: Berufstätige Mütter verdienen im Durchschnitt schlechter als kinderlose Arbeitnehmerinnen. Der Gehaltsunterschied (im Verhältnis zu Männern) zwischen arbeitenden Müttern und kinderlosen Frauen ist mit 31 Prozentpunkten nur in Irland höher als in Deutschland (23 PP). In Italien, Spanien und Belgien (3 PP und niedriger) sind die indirekten Kosten der Mutterschaft innerhalb Europas am niedrigsten.

Skandinavien mit angeglichener Beschäftigungsquote zwischen beiden Geschlechtern

Mit Blick auf die Beschäftigungsquote liegt Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld: Der Abstand zwischen der Quote bei Männern und Frauen liegt bei neun Prozentpunkten (PP). In Italien (18 PP) und Griechenland (17 PP) bestehen in dieser Kategorie die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, während die Arbeitsmärkte in Finnland, Schweden und Norwegen (2 bis 4 PP) am ausgeglichensten sind.

„Die Beispiele Schweden, Norwegen und Finnland zeigen, dass es möglich ist, ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis zwischen beschäftigten Männern und Frauen zu erreichen. Diese Balance am Arbeitsmarkt kann anderen Ländern als Vorbild dienen“, sagt Dr. Andrew Chamberlain, Chief Economist bei Glassdoor.

Gleichstellung_Arbeitsplatz

Frauen mit höherer Schulbildung häufiger in Festanstellung

Bei Berücksichtigung der Vollzeit-Beschäftigungsquote vergrößert sich der so genannte Gender-Gap (Geschlechterkluft) erheblich und ist zwei- bis dreimal so hoch wie bei der allgemeinen Beschäftigungsquote. Demnach besteht ein großer geschlechtsspezifischer Unterschied bei der Arbeitszeitdauer. Zudem ist es bei Frauen im Durchschnitt weniger wahrscheinlich, dass sie festangestellt sind. Bei Frauen mit Hochschulabschluss hingegen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die Beschäftigungsquote nur halb so hoch wie bei Frauen ohne höhere Schulbildung.

Frauen europaweit seltener in Führungspositionen

In Schweden, Norwegen, Großbritannien und Portugal sind auf Managementebene beinahe 40 Prozent der Arbeitnehmer weiblich. In Deutschland liegt die Quote bei 30 Prozent, während der Frauenanteil in Leitungspositionen in den Niederlanden mit 26 Prozent am niedrigsten ist.

Auch auf Vorstandsebene sind Frauen länderübergreifend mit einem Anteil von unter 40 Prozent unterrepräsentiert. In Norwegen ist die Quote mit 36 Prozent noch am höchsten, was teilweise auf eine entsprechende gesetzlich regulierte Frauenquote aus dem Jahr 2006 zurückzuführen ist. Frankreich, Finnland und Schweden folgen mit einem Frauenanteil in Vorständen von etwa 30 Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei 26 Prozent. Am niedrigsten sind die Werte in Irland, Portugal, Griechenland und Estland (13 bis 8 Prozent).