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Immer mehr Frauen wollen ins Ausland entsandt werden

Für 64 Prozent der Frauen weltweit (Deutschland 61 Prozent) ist die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts ein wichtiges Kriterium für die Wahl ihres Arbeitgebers und die Treue zum Unternehmen. Allerdings: 19 Prozent weniger Frauen als Männer sind der Meinung, dass ihr derzeitiger Arbeitgeber beiden Geschlechtern die gleichen Chancen für Auslandsentsendungen bietet.

Dies hat die Studie „Modern mobility: Moving women with purpose“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter tausenden berufstätigen Frauen in 40 Ländern ergeben.

Nur jedes fünfte Unternehmen will mehr Frauen entsenden

Der Wunsch vieler Frauen nach mehr beruflicher Mobilität scheitert jedoch oft an der Realität. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der für Auslandsaufenthalte verantwortlichen Führungskräfte gibt an, dass Mitarbeiterinnen in ihren Unternehmen noch unterrepräsentiert sind, wenn es um das Arbeiten im Ausland geht.

Während 60 Prozent der weltweit tätigen Unternehmen das Arbeiten im Ausland als Talentschmiede für zukünftige Führungskräfte verstehen, sind bisher jedoch nur 22 Prozent entschlossen, den Frauenanteil bei Auslandseinsätzen zu erhöhen. Nur 22 Prozent der Führungskräfte bejahen, dass ihre Mobilitäts- und Diversity-Strategien übereinstimmen.

Auch viele Mütter wollen ins Ausland entsandt werden

Die PwC-Studie stellt mit ihren Kernaussagen einige Annahmen und Geschlechter-Stereotypen in Frage. Dazu zählt die bisher weit verbreitete Auffassung, dass Mütter generell nicht im Ausland arbeiten wollen oder diesen Schritt nicht wagen, auch weil sie die Differenz zum höheren Einkommen ihres Partners nicht verringern wollten. Tatsächlich aber sind 41 Prozent der Frauen, die gerne im Ausland arbeiten würden, Mütter. Bei den Männern sind 40 Prozent der Väter dazu bereit. 77 Prozent der Frauen in Ehen mit einem Partner, der ebenfalls eine Karriere durchläuft, verdienen ähnlich oder mehr als ihr Partner. Diese „Doppelkarrieren“ werden damit für Unternehmen zu einer Herausforderung in Sachen Mobilität – das gilt gleichermaßen für männliche und weibliche Talente.

International tätige Unternehmen sollten daher zunächst die tatsächlichen Barrieren erkennen und verstehen, die sowohl Mitarbeiterinnen als auch Mitarbeitern im Zusammenhang mit Auslands-Entsendungen im Wege stehen, rät PwC. Um dies zu erreichen, ist es wichtig datenbasiert und analytisch vorzugehen. Nur auf der Basis von erhobenen Daten und deren Analyse ist ein klarer Blick auf die Situation möglich.

Größte Sorge der Frauen: Was passiert nach der Rückkehr aus dem Ausland?

„Was passiert, wenn ich wieder zu meiner Arbeitsstelle im Heimatland zurückkehre?“ Drei der fünf größten Bedenken, die Frauen im Hinblick auf Auslandsaufenthalte sehen, stehen im Zusammenhang mit dieser Frage. An der Spitze dieser Liste rangiert mit 44 Prozent (Deutschland 50 Prozent) die Sorge, welche Rolle und Position im Unternehmen nach der Rückkehr aus dem Ausland auf sie wartet. Flexibilität und Wahlmöglichkeiten als Bestandteil der Entsendungsangebote würden Auslandsaufenthalte für 80 Prozent der Frauen attraktiver machen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • 74 Prozent (Deutschland 73 Prozent) der Befragten (Frauen und Männer) sagten, dass die ersten sechs Jahren der Beschäftigung die beste Zeit für einen Auslandsaufenthalt sei – 33 Prozent der befragten Unternehmen bieten in diesem Zeitraum keine Entsendungen an.
  • 65 Prozent (Deutschland 61 Prozent) der Frauen wünschen sich mehr Transparenz, wenn es um die Möglichkeiten eines beruflichen Auslandsaufenthaltes geht.
  • 49 Prozent (Deutschland 41 Prozent) stimmen zu, dass es in ihrem Unternehmen ausreichend weibliche Vorbilder gibt, die bereits Auslandserfahrungen gesammelt haben.