Datensicherheit im In- und Ausland: Wie Sie Smartphone-Inhalte richtig löschen

Es gibt viele Gründe, weswegen es sinnvoll sein kann, die Daten auf seinem Smartphone nach einer externen Sicherung zu löschen. Die wohl häufigsten sind zum einen der Verkauf des Telefons nach der Anschaffung eines neueren Modells und der eigene Schutz vor restriktiven Behörden im Ausland. In manchen Ländern kann man sich als Ausländer schnell verdächtig machen und die Behörden auf den Plan rufen. Diese beschlagnahmen in der Regel gerne das Smartphone oder die SD-Karte der Kamera. Ein paar gängige Szenarien zum Thema Datensicherheit bei Auslandsreisen beschreibt Zeit Online in einem aktuellen Beitrag.

Daten gelöscht, dennoch wiederherstellbar

Gelöschte Daten wiederherstellen – ein Segen für Menschen, die versehentliche Fotos, Dokumente oder andere Informationen gelöscht haben. Diese Funktion können aber auch ausländische Behörden oder Käufer eines gebrauchten Smartphones nutzen und so an die Daten des Vor(Besitzers) gelangen.

Im Mai 2015 berichtete netzwelt, dass die auf Android-Geräten gespeicherten Daten wiederhergestellt werden können, obwohl die Smartphones auf die Werksteinstellungen zurückgesetzt wurden. Experten der Universität Cambridge haben eine Methode gefunden, Informationen wie Log-in-Daten, Fotos sowie Nachrichten aufzurufen.

Der Grund für die Wiederherstellungsmöglichkeit ist simpel, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt: Beim Reset des Smartphones (und Computern) werden Daten nicht wirklich gelöscht. Stattdessen werden sie zum Überschreiben freigegeben. Die Daten sind also weiterhin verfügbar, für den User auf den ersten Blick jedoch nicht sichtbar. Die alten Daten werden im Laufe der Zeit mit neuen Daten überschrieben. Mit spezieller Software kann man sie bis dahin aber wiederherstellen.

Diese Tatsache verdeutlicht, wie wichtig es ist, eine gute Methode zu verwenden, die Daten komplett zu löschen. Die klassische Resetfunktion der Hersteller funktioniert nicht immer wie erhofft. Ihre Implementierung dient der Performance, da das Löschen und überschreiben des Speichers zu lange dauern würde.

Terroristen in Paris nutzten Handy zur Kommunikation

Um die Wichtigkeit der Datenlöschung vor dem Verkauf eines Mobiltelefons zu verdeutlichen, reicht ein Hinweis auf die jüngsten Ereignisse in Paris. Die Attentäter nutzten ein Handy zur Kommunikation, welches Ermittler in einem Mülleimer gefunden haben. Darauf befand sich eine laut Le Monde eine SMS von einem Unbekannten: „On est parti on commence.“ Übersetzt: Wir sind los, wir starten. Auf dem Telefon fanden die Ermittler auch eine detaillierte Map der Konzerthalle Bataclan.

Angenommen dieses Mobiltelefon gehörte vorher einer unschuldigen Person, die unwissend ihr Gerät an einen Terroristen verkauft hat. Die Polizei wäre in der Lage, die nicht gelöschten Daten abzurufen und eine Verbindung zu ihr herzustellen – auch wenn sie unschuldig ist.

Daten vor Verkauf sichern und übertragen

Der obige Fall demonstriert, warum die Löschung aller persönlichen Daten von einem Mobiltelefon notwendig ist. Bevor die Daten endgültig gelöscht werden, sollten Verbraucher sie absichern oder auf ihr neues Smartphone übertragen. Der Umstieg auf das neue Gerät ist denkbar einfach, da die Hersteller passende Apps und Tutorials zur Verfügung stellen:

 

–               Umstieg von iOS zu Android mit Samsung Smart Switch

–               Wechsel von Android zu iOS

–               von Android oder iOS zu Windows Phone wechseln

 

Nach der erfolgreichen Datenübertragung können die nun redundanten Informationen auf dem alten Smartphone endgültig gelöscht werden.

Die Daten des Smartphones in 3 Schritten löschen

Im Appstore von Google, Apple und Microsoft gibt es Software, mit denen die Daten gelöscht werden können. Meist muss dazu das Gerät per USB mit einem Computer verbunden werden. Dann werden die Daten überschrieben, sodass sie nicht mehr wiederhergestellt werden können.

User können auch ohne diese Apps den Speicher manuell überschreiben, was unserer Meinung nach sicherer ist, da der User Kontrolle über den Löschvorgang hat. Zum Löschen der Daten geht man folgendermaßen vor:

  1. Zunächst wird das Smartphone komplett aufgeladen, da die nächsten Schritte stark am Akku des Gerätes zerren werden. Anschließend beginnt man mit der Verschlüsselung aller auf dem Smartphone befindlichen Daten (Anleitung für Android hier).
  2. Nun kann man das Mobiltelefon auf den Werkszustand zurücksetzen (Eintrag ist im Menü des Telefons zu finden).
  3. Wie wir nun wissen, wurden die Daten nicht gelöscht, sondern lediglich zum Überschreiben freigegeben. Um dieses Problem zu lösen, erstellen wir nach dem Neustarten des Smartphones falsche Daten: Theoretisch könnten wir falsche Kontakte, verschwommene Bilder und Ähnliches erstellen.

 

Der Datenschutzexperte Rainer Seidlitz vom TÜV SÜD hat eine bessere Methode: Videokamera aktivieren, das Smartphone mit der Linse nach unten auf den Tisch legen und warten, bis der Speicher voll ist. Nun wird der Speicher mit einem schönen Video des Tisches gefüllt. Wer dieses Video wiederherstellt, wird sich lediglich darüber ärgern.

Aus Sicherheitsgründen ist es sinnvoll, die obigen Schritte mindestens dreimal zu wiederholen. So gehen Verbraucher sicher, dass tatsächlich alle Daten restlos überschrieben wurden.

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