Als Schwangere auf Reisen: Dos und Don‘ts

Steigende Temperaturen in der Urlaubszeit können für Schwangere unerträglich sein. Was werdende Eltern, die vor der Geburt ihres Kindes noch einmal verreisen wollen, beachten sollten, lesen Sie hier.

Im fünften und sechsten Schwangerschaftsmonat sind die Unpässlichkeiten und Umstellungsprobleme der ersten Zeit weitgehend vorbei. Auch ist der Bauch noch nicht so dick, dass er unbeweglich machen würde. Für werdende Eltern, die vor der Geburt noch einmal verreisen möchten, ist dies ein günstiger Zeitpunkt. Der Grund: Im letzten Schwangerschaftsdrittel wird das Reisen beschwerlich und ist zudem mit größeren Risiken verbunden. Auch Flugreisen sind dann nicht mehr ohne weiteres möglich, da die meisten Fluggesellschaften keine Hochschwangeren transportieren.

Auf Abenteuerreisen sollten Schwangere verzichten

Bei der Wahl des Reiseziels und der Art des Reisens ist zu überlegen, ob eine längere Anreise und die Anpassung an ein anderes Klima gut zu bewältigen sind. Wer gern Abenteuerreisen und unter Umständen strapaziöse Entdeckungstouren unternimmt, gibt während der Schwangerschaft besser einem ruhigen Erholungsurlaub den Vorzug. Umsichtige Planung und Vorab-Buchung schützen vor unnötigen Anstrengungen wie zum Beispiel „Gewaltmärschen“ mit schwerem Gepäck.

Die Sicherheit ist jetzt wichtiger als sonst: Bereits bei der Reiseplanung lässt sich klären, ob am Urlaubsziel für den Notfall eine ausreichende medizinische Betreuung gewährleistet ist. Bei Auslandsreisen empfiehlt es sich, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen, die auch einen Krankenrücktransport einschließt.

Mehr Zwischenstopps als sonst einplanen

Lange Anreisewege zum Urlaubsziel sind weniger anstrengend, wenn häufig Pausen und Zwischenstopps eingelegt werden. Je nach Reisedauer kann eine Übernachtung auf halber Strecke ratsam sein. Bei Flug- und Bahnreisen ist es sinnvoll, eine ausreichende Zeitspanne zwischen Anschlusszügen oder -flügen einzuplanen, damit sich die Schwangere nicht abhetzen muss.

Reisen – gleich mit welchem Verkehrsmittel – sind meist mit langem Sitzen verbunden. Für Schwangere kann das besonders unangenehm sein, da sie ohnehin häufig mit Venenbeschwerden zu kämpfen haben. Es ist daher wichtig, sich zwischendurch immer wieder ausreichend zu bewegen, umherzugehen und Lockerungsübungen zu machen. Das verbessert die Blutzirkulation in den Beinen.

Auf Flugreisen möglichst viel im Flieger bewegen

Schwangere_StrandWährend Flugreisen ist das Aufstehen und Umhergehen zwar schwierig, aber möglich. Auch Stützstrümpfe können empfohlen werden, ebenso helfen Fußgymnastik zwischendurch und die Beine hochlegen. Das tut bei schweren Beinen gut und beugt einer Thrombose vor. Das Risiko, eine Venenthrombose zu entwickeln, ist auf Flugreisen von mehr als sechs Stunden allgemein leicht erhöht. Mit der Dauer des Fluges steigt das Risiko für Schwangere nochmals etwas an — je nach familiärer oder persönlicher Vorbelastung. Deshalb ist es empfehlenswert, vor Flugreisen ärztlichen Rat einzuholen.

Vor und während der Reise sind kleinere, leichte Mahlzeiten besser verträglich als üppige Speisen, vor allem wenn Schwangere häufig mit Übelkeit zu kämpfen haben.

Die Fluggesellschaften haben unterschiedliche Regelungen zur Beförderung von Schwangeren. Manche verlangen ab dem achten Monat ein frauenärztliches Attest, das den unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf und die Flugtauglichkeit der Schwangeren bescheinigt. Flüge nach der 36. Schwangerschaftswoche sind bei vielen Airlines gar nicht mehr möglich, vereinzelt verlangen sie eine ärztliche Ausnahmegenehmigung. Es ist also wichtig, vor der Reiseplanung die Bestimmungen der Fluglinie für Schwangere zu erfragen. Das gilt auch für die Planung der Rückreise.

Vorsicht bei Reisen in Malaria-Gebiete

Bei Fernreisen ist die Gefahr von Infektionskrankheiten allgemein erhöht. Grundsätzlich sollten Schwangere keine Urlaubsreisen in Malariagebiete unternehmen. Eine Malaria-Infektion kann in der Schwangerschaft zu gefährlichen Komplikationen für Mutter und Kind führen. Zwar gibt es auch für Schwangere einige Malariamedikamente; gegen diese Medikamente bestehen jedoch in manchen Malariagebieten Resistenzen.

Einige Impfungen, die vor Fernreisen empfohlen werden, sind im zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich, zum Beispiel gegen Cholera, Tollwut oder Polio. Bei jeder Impfung sollte aber sorgfältig überprüft werden, ob sie nötig ist. Eine Cholera-Infektion zum Beispiel lässt sich durch besondere Vorsicht in der Auswahl des Trinkwassers und der Nahrung vermeiden. Impfungen gegen Hepatitis A und B, gegen Gelbfieber oder Typhus sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Für manche Reiseländer sind bestimmte Impfungen allerdings zwingend vorgeschrieben (zum Beispiel die Gelbfieber-Impfung).

Ebenfalls abzuwägen ist das Risiko von Magen-Darm-Infektionen. Sie sind meist mit hohen Flüssigkeitsverlusten und einer Schwächung des gesamten Organismus verbunden. Chemische Mittel zur Trinkwasserdesinfektion auf Jod-Basis sollten nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden, da sie zu einer Schilddrüsenvergrößerung beim ungeborenen Kind führen können. Mit der Ärztin oder dem Arzt kann vorab geklärt werden, welche Medikamente gegen Darminfektionen oder Fieber bedenkenlos eingenommen werden können. Das gilt auch generell für die Reiseapotheke, denn viele Medikamente, deren Mitnahme auf Reisen empfohlen wird, sind für Schwangere ungeeignet.

Mehr Informationen unter:

http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/themen-specials/thema-schwanger-auf-reisen/

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