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Überall gut angezogen

Kleider machen Leute. Das gilt nicht nur in Deutschland, auch bei Aufenthalten im Ausland gilt es, sich durch korrekte Kleidung in die entsprechende Kultur zu integrieren und Fettnäpfchen zu vermeiden.

Dresscodes für tagsüber und abends

Generell gilt die Unterteilung in Dresscodes für tagsüber und für abends. Tagsüber gibt es Casual wear (legere Freizeitkleidung), Smart casual (gehobene Freizeitkleidung), Business Casual (zwar legere Kleidung, die jedoch dem Büroalltag entsprechend sein muss) und Business Attire (formell und repräsentativ). Bei Einladungen mit dem Hinweis „Come as you are“ darf die Bürokleidung anbehalten werden, und am Casual Friday kann man etwas entspannter angezogen im Büro erscheinen. In einigen Ländern bzw. auch nur in einzelnen Regionen darf man bei dem Stil Casual auch in Jeans und T-Shirt arbeiten. Abends gilt die Unterscheidung in Cocktail, Black Tie (cravate noire) – bei der festliche, elegante Abendgarderobe Pflicht ist – und die gehobene Variante White Tie (cravate blanche), wobei das Tragen von Frack und langem Abendkleid obligatorisch ist.

Andere Länder, andere Sitten

Wann Mann oder Frau was tragen darf, ist jedoch auch von Land zu Land unterschiedlich – der Dresscode, der eigentlich als Standard gilt, kann in anderen Ländern einen ganz anderen Stellenwert haben.

In den USA beispielsweise gilt im Büro meistens „Business Standard“, also ein dunkler Anzug mit weißem oder blauem Hemd und Krawatte. Wichtig hierbei sind saubere und hochwertige Schuhe. Die Damen sollten einen Hosenanzug oder ein Kostüm tragen, wobei die Röcke unterhalb des Knies enden müssen. Auch bei sommerlichen Temperaturen ist das Tragen von Feinstrumpfhosen Pflicht. Da beispielsweise in New York die Büroschuhe geschont werden sollen, sieht man auf den Straßen häufig bequeme Schuhe oder auch Gummistiefel zum Business Outfit. Die passenden Schuhe werden separat mit sich geführt und kommen erst im Büro zum Einsatz. Am Casual Friday gilt auch hier: Etwas lockerer als sonst ist erlaubt, jedoch keine Jeans und T-Shirt.

An den Universitäten gelten entspanntere Regeln, dort gilt Campus Casual. Aber auch hier sollte nicht zu viel Haut gezeigt werden und auf zu provokante Kleidung verzichtet werden. An den Schulen gehören Uniformen zum Alltag, genauso wie beispielsweise in Dubai, Japan und Großbritannien.

Krawatten meist wichtiges Detail

In Kanada ist saubere und frische Kleidung besonders wichtig. Schmutzige Schuhe sind verpönt, Hemden müssen ordentlich gebügelt sein. Ebenso unpassend sind unrasierte Beine bei Frauen oder weiße Socken zur dunklen Hose. Die Damen sollten sich eher konservativ kleiden und bei den Herren besteht Krawattenzwang.

Bei den Krawatten ist ebenso Vorsicht geboten. In Großbritannien beispielweise kann man bei der Wahl einer farblich falsch gewählten Krawatte gleich in das nächste Fettnäpfchen treten, da fast jede Farbkombination eine Bedeutung hat. Wussten Sie, dass in Europa die Streifen der Krawatten immer von links unten nach rechts oben verlaufen? In den USA dagegen verlaufen die Streifen von rechts unten nach links oben.

In Indien wird Ihr Gegenüber des Öfteren kurzärmelige Hemden tragen, ohne Krawatte. Von Ihnen als Europäer dagegen wird korrekte Businesskleidung erwartet. Im Sommer darf zwar auf das Sakko verzichtet werden, allerdings empfiehlt sich das Tragen trotzdem, da die Büros stark klimatisiert sind. Die Damen sollten darauf achten, sich bedeckt zu halten.

In Japan Pflicht: Socken ohne Löcher

Bei einer Geschäftsreise nach Japan sollten im Koffer unbedingt Socken ohne Löcher vorhanden sein. Dort achtet man sehr auf ein gepflegtes Äußeres. Sehr häufig werden die Schuhe ausgezogen, beispielsweise in traditionellen Restaurants, Arztpraxen und Tempeln, teilweise auch in Umkleidekabinen in Modegeschäften. Auch in Japan ist die Krawatte ein absolutes Muss und unverzichtbar, um im Business ernst genommen zu werden.

Ob hinter der Kleidung eine Marke steht, ist nicht jeder Nation wichtig. Hierauf legen beispielsweise die Deutschen und Russen viel Wert. Aber auch bei den Deutschen muss nicht immer eine Marke dahinter stehen. Hochwertige Kleidung für den Business-Alltag erhält man auch bei preiswerteren Anbietern.

Aber nicht nur die Dresscodes bestimmen, wie man sich kleidet. Auch verschiedene Religionen haben großen Einfluss darauf und liefern Vorgaben, die die komplette Garderobe oder auch nur einzelne Elemente betreffen. Auch innerhalb einzelner Länder kann es zu regionalen Unterschieden kommen, so ist beispielsweise in Bayern auch das Tragen der Tracht im Büro teilweise erlaubt.

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