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„Die ganze Welt ist von überall nur ein paar Flugstunden entfernt“

Vor etwa acht Jahren wanderte Sebastian Opitz in die Vereinigten Arabischen Emirate aus und baute für seinen damaligen Arbeitgeber eine Marketing- und Vertriebsabteilung in Dubai auf. Heute ist er beruflich für ein weltweites Filmprojekt tätig und hat so sein Hobby zum Beruf gemacht. Wieso es ihn nicht nach Deutschland zurückzieht und wie er das Thema Heimweh sieht, darüber sprachen wir im Interview.

Expat News: Sie sind 2008 mit Ihrer Frau nach Dubai ausgewandert. Wie kam es dazu, dass Dubai Ihre neue Heimat wurde?

Opitz: Ich habe nach dem Studium das Angebot bekommen, beim Aufbau einer Marketing- und Vertriebsabteilung in der Dubai Niederlassung meines damaligen Arbeitgebers zu helfen und war begeistert.

Expat News: Wie genau haben Sie sich auf diesen Schritt vorbereitet?

Opitz: Ich habe Dubai erst einmal für eine Woche besucht, um zu schauen, ob ich mir dort vorstellen könnte, zu leben. Dann habe ich nach meiner Rückkehr die behördlichen Dinge abgearbeitet. Ich hatte ein halbes Jahr vom Zeitpunkt des Angebots bis zum Umzug nach Dubai Zeit, und das hat in meinem Fall absolut gereicht.

Expat News: Mit welchen Schwierigkeiten waren Sie insbesondere in der Anfangszeit konfrontiert? Wie haben Sie diese gemeistert?

Opitz: Sich in einem neuen Land richtig wohl und zu Hause zu fühlen, dauert seine Zeit. Freunde zu finden ist anfangs schwierig, geht dann aber irgendwann plötzlich wie von selbst. Gerade in Dubai, wo fast alle von woanders stammen und entsprechend offen für Kontakte sind.

Expat News: Sie sind passionierter Fotograf und unterhalten mehrere Webseiten mit Ihren Arbeiten – unter anderem www.quetschluft.de und www.sebastianopitz.com. Nun konnten Sie diese Leidenschaft zum Beruf machen und sind seit längerem Mitglied eines spannenden Filmprojektes. Was genau tun Sie?

Opitz: Ich arbeite als Zeitrafferfotograf für einen digitalen IMAX Film über die Schönheit unseres Heimatplaneten. Das Projekt wird von Dubai finanziert und erstreckt sich über mehrere Jahre. Ich filme dabei meistens in Dubai und anderen Emiraten, verbringe aber derzeit zum zweiten Mal den gesamten Sommer in den USA, um dort mit meiner Ausrüstung die Milchstraße zu filmen, wie sie über den Himmel wandert, während der Mond die Landschaft erhellt. Interessierte können meinem Abenteuer auch auf meinem Instagram-Account – @verticaldubai – folgen.

Expat News: Wenn Sie beruflich so viel unterwegs sind, treffen Sie sicherlich auch auf viele Nationalitäten. Sind Sie schon in ein kulturelles Fettnäpfchen getreten? Welches war das?

Opitz: Ich trete immer mal versehentlich in ein Fettnäpfchen, das ist in Dubai aber im Normalfall absolut kein Problem, sondern eher einen allgemeinen Lacher wert. Wichtig ist, dass man eine Antenne dafür entwickelt, wann man mal wieder in eines getappt ist.

Expat News: Haben Sie bei den vielen Reisen auch manchmal Heimweh nach Deutschland, wo ja ein großer Teil Ihrer Familie und der Ihrer Frau lebt?

Opitz: Ich vermisse Deutschland und freue mich riesig auf jeden Besuch und genieße dort jede Minute. Aber ich plane nicht, in absehbarer Zeit wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Das Thema Heimweh sehe ich nicht so eng, die ganze Welt ist von überall nur ein paar Flugstunden entfernt.

Expat News: Wie halten Sie Kontakt zu Ihrer Familie?

Opitz: Mit Skype, Emails, Chats und Facebook ist das ja heute alles überhaupt kein Problem mehr. Man ist ja quasi gar nicht weg. Als ich Mitte der 90er für ein Schuljahr in den USA war, ging mein gesamtes Taschengeld für kurze Anrufe zu meiner Freundin in Deutschland drauf. Die hat dann ein paar Wochen vor meiner Rückkehr nach Deutschland die Beziehung beendet – na danke. Heutzutage kostet das wenigstens nicht mehr so viel Geld und kommt vielleicht gar nicht erst so weit, wenn man sich beim Quatschen in die Augen schauen kann.

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