Nahaufnahme des Big Ben in London

Fünf Tipps für den nächsten England-Trip – Zu Gast in britischen Familien

Ob Sprachreise, Schuljahr im Ausland oder ein Aupair-Aufenthalt – vor allem im Sommer ist England sowie das Leben in einer englischen Gastfamilie noch immer ein Klassiker. Oft war schon die heutige Elterngeneration dort unterwegs und Gast auf der Insel. Beliebt ist sie durch ihre räumliche Nähe und gute Erreichbarkeit vor allem bei den Deutschen. In der Familie auf Zeit ist manches allerdings ganz anders als im deutschen Alltag. Die Carl Duisberg Centren haben Informationen und Tipps für einen gelungen Aufenthalt zusammengestellt.

Die typische Gastfamilie ist vielfältig

Offenheit und aufgeschlossen sein sind gute Voraussetzungen für den Start ins neue Familienleben. Häufig sind es nicht die klassischen Familien mit zwei Kindern, Mutter, Vater und Hund, sondern auch ältere Ehepaare, bei denen die Kinder ausgezogen sind oder alleinstehende Damen, die ihre Familienmitglieder auf Zeit erwarten. Diese Altersgruppe der Gastgeber hat in der Regel mehr Zeit für ihre ausländischen Gäste, übt mit ihnen die Sprache und hilft bei den alltäglichen Dingen.

Das perfekte Gastgeschenk

Leicht transportierbar, möglichst regional und am besten zum Verzehr geeignet, so sollte das ideale Mitbringsel aussehen. Beliebt sind deutsche Pralinen, Kekse oder Schokolade, auch Christstollen oder Lebkuchen sind saisonal oft ein Renner. Kaffee eignet sich – wenn überhaupt – besser als Tee. Eher nicht einpacken sollte man Wein, schwere Bildbände oder Wandteller. Schön ist es, Fotos von seiner Familie und dem Heimatort zu zeigen. Für Lebensmittel aus EU Länder gibt es in der Regel kein Einfuhrverbot, solange sie eingepackt oder eingeschweißt sind.

Die typische Anrede

Die Anrede mit Vorname, selbst bei älteren Gasteltern, ist vollkommen in Ordnung und wird nicht als unhöflich empfunden. Nicht wundern, wenn man, ob jung oder alt, gerade von Frauen mit „darling“, „my love“ oder „sweetheart“ angesprochen wird. Das ist keine Liebesbekundung, sondern eine nett gemeinte freundschaftliche Geste.

Der britische Humor

Schwarzer Humor ist Gang und Gebe, manchmal gepaart mit einer Portion Sarkasmus. Der Durchschnittsbrite liebt es, sich über fast alles lustig zu machen und zieht sich auch selbst durch den Kakao. Besucher, die sich und ihre Umwelt sehr ernst nehmen, kommen oft schlechter an und verbauen sich selbst Kontakte.

Norden oder Süden

Im Süden Englands locken Strände, gutes Wetter, viele historische Städte und Bildungshochburgen wie Oxford oder Cambridge. Die Nordengländer gelten als besonders (gast)freundlich. Ein erster Sprachaufenthalt in Nordengland oder Schottland ist daher durchaus empfehlenswert – trotz des oft ausgeprägten englischen Dialekts dort.

Die Gesprächsthemen

Auch wenn Humor großgeschrieben wird, sollte man sich über bestimmte Dinge nicht lustig machen. Dazu gehören die Monarchie und die Königsfamilie, der Linksverkehr, Schlange stehen, Blümchentapeten und Kitsch, schlechte Isolierung, das ungewohnte Essen, ebenso politische Themen wie etwa Europa und der Euro. Das Wetter und der Fußball sind immer große Themen – Vorsicht aber mit zu viel Patriotismus bei deutsch-englischen Begegnungen. Interesse an einheimischen Sportarten wie Rugby und Cricket sind von Vorteil, um Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen.
Weihnachtsmärkte, feuchtfröhliche Volksfeste wie das Oktoberfest, Automarken wie VW, Audi, BMW und Mercedes werden geschätzt. Beliebt sind auch Gespräche über Urlaubspläne, Kultur, aktuelle Filme oder das eigenen Knowhow zu Großbritannien.

Die Kritik – gewusst wie

Nicht immer läuft alles so, wie man sich das als Gast vorstellt. Ärger, Ungeduld und andere negative Gefühle sollte der Besucher dennoch möglichst verbergen – denn Gefühlsausbrüche gelten als peinlich. „Haltung bewahren – egal was kommt“, ist aus Sicht von Thomas Bolle die perfekte Einstellung. Kritik immer indirekt formulieren, am besten zwischen positiven Aspekten verpacken.

Zurückhaltung üben

Zurückhaltung und Rücksichtnahme sind in Großbritannien wichtige Eigenschaften – dies gilt auch für Ausländer. Pluspunkte sammelt der, der sich geduldig in eine Wartschlange einreiht, in allen Lebenslagen höflich bleibt und sich viel entschuldigt. Prahlen und zu viel klagen ist in England verpönt. Höflichkeit und Umsicht gegenüber älteren Menschen, Behinderten, Frauen mit Kinderwagen ist sehr ausgeprägt.

Das Essen in der Gastfamilie

Das typische englische Frühstück beschränkt sich in der Regel auf Cornflakes oder Müsli sowie Toast mit Marmelade. Zu einem Aufenthalt in einer englischen Gastfamilie zählen noch immer Lunchpakete mit Toastbrot-Sandwich, Schokoriegeln und Chips. Zum Essen ist es üblich, Leitungswasser statt Mineralwasser zu servieren. Gemeinsame Mahlzeiten finden vorwiegend am Wochenende oder abends statt.

Freunde finden

Einladungen von Einheimischen zu Zusammenkünften aller Art sollte der deutsche Gast annehmen: egal ob Strandausflüge, Einladungen zum Geburtstag der Oma oder andere Familienzusammenkünfte. Auch Essen gehen, Ausflüge, Karten oder Bingo spielen, Grillen oder auch nur gemeinsames Fernsehen nach dem Abendessen fördern die Freundschaft.

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Titelbild: Quelle „Carl Duisberg Centren“