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Zahl der Terroranschläge weltweit stark gestiegen

Die Zahl der Todesfälle durch Terroranschläge ist in einem einzigen Jahr um 61 Prozent gestiegen. Laut dem aktuellen Global Terrorism Index (GTI)  bedeutet dies eine Steigerung von 11.133 im Jahr 2012 auf 17.958 im Jahr 2013.

Die Zahl der Terroranschläge ist sogar von 6.825 im Jahr 2012 auf 9.814 im Jahr 2013 gestiegen – dies entspricht einem Zuwachs von 44 Prozent. Dabei machten Sprengstoffanschläge die Mehrzahl dieser Anschläge aus; der Anteil der Selbstmordattentate liegt bei weniger als fünf Prozent.

Irak ist gefährlichste Region der Welt

Mehr als 80 Prozent der Todesfälle durch Terroranschläge im Jahr 2013 fanden in nur fünf Ländern statt: Irak, Afghanistan, Pakistan, Nigeria und Syrien. Der Irak ist weiterhin das Land, das am meisten von Terrorismus betroffen ist. Dort gab es 2.492 Anschläge, bei denen 6.362 Menschen getötet wurden, was im Vergleich mit dem Jahr 2012 einen Anstieg um 164 Prozent ausmacht. ISIL war für die meisten Todesopfer in diesem Land verantwortlich.

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Darüber hinaus ist der Terrorismus auch außerhalb dieser fünf Länder in seiner Intensität und in seinem Umfang signifikant gestiegen. Im Jahr 2013 wurden im Rest der Welt 3.721 Anschläge verzeichnet, bei denen 3.236 Menschen getötet wurden – ein Anstieg um mehr als 50 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Eine Gesamtzahl von 60 Ländern verzeichnete im Jahr 2013 Todesopfer durch terroristische Anschläge.

Drei wichtige Faktoren maßgeblich für Terroranschläge

Es gibt drei statistisch relevante Faktoren, die mit Terrorismus in Zusammenhang stehen: staatlich geförderte Gewalt, Gruppengroll und ein hohes Maß an Kriminalität. Interessanterweise stehen Armutsquoten, Schulbildung und die meisten ökonomischen Faktoren nicht mit Terrorismus in Verbindung.

Der Bericht nennt zudem geschätzte Zahlen ausländischer Kämpfer, die für den Islamischen Staat (IS) in Syrien aktiv kämpfen: Die niedrigsten Schätzungen in Bezug auf die Zahl der Kämpfer aus Europa belaufen sich auf 396 und die höchsten Schätzwerte gehen von 1.846 aus, während die niedrigsten Schätzungen für die MENA-Region (Middle-East und North-Africa) bei 1.930 liegen und die höchsten Schätzwerte bei 6.664.

Potenzielle Terroranschläge analysiert

Der Bericht bewertet außerdem das Risiko potenzieller Anschläge in Ländern, in denen derzeit ein geringer Grad an Aktivitäten stattfindet. Basierend auf der Messung von verschiedenen Indikatoren in Bezug auf Politik, Gewalt und Gruppenbeziehungen wurden Länder identifiziert, für die das Risiko einer beträchtlichen Zunahme an Terrorismus besteht. Für mindestens folgende 13 Länder besteht ein erhöhtes Risiko einer beträchtlichen Zunahme in Bezug auf terroristische Aktivitäten: Angola, Bangladesch, Burundi, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Äthiopien, Iran, Israel, Mali, Mexiko, Myanmar, Sri Lanka und Uganda.

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Seit 2000 fanden rund sieben Prozent aller Terroranschläge in OECD-Ländern statt und fünf Prozent aller Todesopfer waren in diesen Ländern zu verzeichnen – das sind 4.861 Todesopfer durch 3.151 Anschläge.

Hintergrund: Der Global Terrorismus Index (GTI) wurde im Jahr 2012 erstmals von dem Institute for Economics and Peace (IEP) veröffentlicht. Der GTI stuft Länder nach dem Einfluss der terroristischen Aktivitäten ein und analysiert ausserdem die mit Terrorismus im Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen. Der Index bewertet 162 Länder, die zusammen 99,6 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Die verwendeten Indikatoren dokumentieren die Zahl der terroristischen Anschläge, Todesopfer, Verletzungen und Sachschäden.

Den vollständigen GTI-Bericht sowie die interaktive Karte finden Sie auf: http://www.visionofhumanity.org

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