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Ebola-Virus: Was Flugreisende beachten sollten

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. hat ein Merkblatt für Flugreisende herausgegeben, das sich mit der aktuellen Ebola-Epidemie befasst und wichtige Verhaltensregeln nennt.

Ebola gehört zu der Gruppe der seltenen aber schwer verlaufenden viral hämorrhagischen Fieber. Der Erreger, das Ebola-Virus, wurde 1976 entdeckt und hat seitdem zahlreiche Ausbrüche in Afrika verursacht, vor allem in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo.

Seit März 2014 hat sich die Ebola-Epidemie in Westafrika von Guinea ausgehend auf Sierra Leone und Liberia ausgeweitet, neben weiteren regional begrenzt auftretenden Fällen in Nigeria. Ein hiervon unabhängiger Ebola-Ausbruch trat in der demokratischen Republik Kongo auf. Am 8. August 2014 erklärte die WHO die Ebola-Epidemie zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite. Das Auswärtige Amt rät aufgrund der Ebola-Epidemie und der verschärften Sicherheitslage von nicht notwendigen Reisen in die drei am stärksten betroffenen Länder dringend ab. Die aktuellen Daten zu betroffenen Ländern und den Fallzahlen an Erkrankten und Verstorbenen können z. B. auf www.rki.de abgerufen werden.

Ebola-Virus wird von Wildtieren auf Menschen übertragen

Ebola-Viren kommen in Wildtieren wie Flughunden, Affen, Waldantilopen in Afrika vor. Eine Übertragung auf den Menschen geschieht durch engen Kontakt mit infizierten Tieren oder den Verzehr von infiziertem Wildfleisch. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten über die verletzte Haut oder die Schleimhaut.

Ebola-Symptome treten 2-21 Tage, in der Regel aber 8-10 Tage nach der Infektion auf, so zum Beispiel

  • Plötzlich einsetzendes Fieber
  • Kopf- und Halsschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Bindehautentzündung
  • Ausgeprägte Schwäche
  • Appetitmangel, Müdigkeit, Erbrechen
  • Bauchschmerzen, Durchfall
  • Fleckiger Hautausschlag, Schleimhautblutung

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Die Einschleppung von Ebola nach Europa durch einen Passagier, der sich in Westafrika infiziert hat und während des Flugs oder danach erkrankt, ist nicht gänzlich auszuschließen. Eine nachfolgende Ausbreitung in Europa jedoch wird als unrealistisch angesehen.

Ansteckungsrisiko auf Flugreisen sehr gering

Das Risiko einer Ansteckung von Mitpassagieren durch einen erkrankten Fluggast ist sehr gering. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sollten Flugreisende jedoch dringend beachten und auf nicht notwendige Reisen in betroffene Länder sollten man verzichten. Reisende nach Westafrika sollten grundsätzlich folgende Maßnahmen beachten:

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von Patienten und Leichen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Wildtieren.
  • Verzichten Sie auf den Verzehr von Wildfleisch (bush meat).

Empfehlungen für Reiserückkehrer aus Ländern mit Ebola

Wenn Sie binnen 21 Tagen nach Rückkehr aus den betroffenen Ländern in Westafrika akut mit Fieber oder erhöhter Temperatur und den oben genannten Begleitsymptomen erkranken und

• dort mit Körperflüssigkeiten von an Ebola Erkrankten oder Verstorbenen oder

• dort mit Wildtieren in Berührung gekommen sind oder Wildfleisch verzehrt haben,

dann sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt informieren und ihre Reise erwähnen.

Falls sich die Krankheitszeichen bei Ihnen noch während des Aufenthaltes auf dem Flughafen entwickeln, wenden Sie sich bitte mit dieser Information an die Flughafenklinik oder den Flughafenarzt.

Das Robert-Koch-Institut hat zudem ein Hilfsblatt für Ärzte herausgegeben, in dem beschrieben wird, wie diese bei Ebola-Verdachtsfällen reagieren sollten.

Das Hilfsblatt kann über folgenden Link runtergeladen werden: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/EbolaSchema.pdf?__blob=publicationFile

Quelle: Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.

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