Expat-Partner: Wie die Eingewöhnung gelingt

In Teil I und Teil II meiner Erfolgsstrategien für Ihre Auslandsentsendungen haben Sie erfahren, wie Sie Ihre Expat-Partner effektiv auf eine bevorstehende Auslandsentsendung vorbereiten und was Sie später tun können um das Settling-In Ihrer Expat-Partner zu optimieren. Im dritten und letzten Teil dieser Beitragsreihe zeige ich Ihnen einige Möglichkeiten, wie Sie Ihre Expat-Partner nach erfolgreichem Umzug durch die ersten Monate ihres Auslandsaufenthaltes manövrieren und so einige maßgebliche Weichen für einen erfolgreichen Auslandseinsatz stellen können.

Den Anpassungsprozess effektiv unterstützen

Einige Wochen nach Einzug im neuen Zuhause – wenn die Zeit des Kistenauspackens und Schränke Einräumens vorüber ist – wird es ruhiger in den meisten Expat-Familien. Das wahre Leben zieht ein. Und mit ihm meistens auch ein kleines bisschen Expat-Blues. Statistisch gesehen haben Expat-Partner insbesondere die ersten sechs Monate wesentlich stärker mit Heimweh und der Eingewöhnung im Gastland zu kämpfen, als ihre berufstätigen Partner:

Kulturschock. Die meisten Expat-Partner sind aufgrund ihrer Rolle (die des nicht berufstätigen Partners) viel stärker in den fremdkulturellen Alltag eingebunden, als Berufstätige. Anstelle des internationalen Businessknigge erleben sie nämlich viel intensiver die kulturellen Besonderheiten im Gastland und müssen sich daran anpassen. Deshalb werden Expat-Partner erfahrungsgemäß auch stärker vom Kulturschock erwischt, als ihre berufstätigen Partner.

Einsamkeit. Während Ihre Mitarbeiter im neuen Office neben einem vorgegebenen Businessalltag auch ein soziales Umfeld (nämlich den Kollegen- und Mitarbeiterkreis) vorfinden, müssen sich Expat-Partner ihren Bekanntenkreis von Null aufbauen. Dazu braucht es Initiative und Proaktivität. Wer von Natur her nicht so extrovertiert ist, bleibt hier schnell auf der Strecke… Und wenn der berufstätige Partner noch dazu viel auf Reisen ist oder keine Kinder im Haus sind, schlittert man leider ganz schnell in die Isolation.

Fehlende Perspektive. Anfangs sind die meisten Expat-Partner hellauf begeistert von der Aussicht auf eine entspannte, arbeitsfreie Zeit. Im Gastland angekommen, stellen sie sich aber oft schon nach 1-2 Monaten die Frage: „Und was mach’ ich jetzt?“ Viele Expat-Partner waren vor der Entsendung berufstätig und möchten sich auch im Ausland persönlich und beruflich weiterentwickeln, unabhängig davon, ob es sich dabei um eine bezahlte oder unbezahlte Tätigkeit handelt.

Um diese Risikofaktoren zu minimieren, bedarf es weder eines zusätzlichen Budgets noch aufwendiger Ressourcen. Nutzen Sie einfach das, was Ihnen bereits jetzt zur Verfügung steht und seien Sie kreativ.

Simple conceptual education urban family scene

Bild: © firstpentuer – Fotolia.com

Eingewöhnung in die neue Kultur unterstützen

Die Eingewöhnung in eine neue Kultur ist ein Prozess, der so grob die ersten zwölf Monate (in manchen Fällen auch länger) des Auslandsaufenthaltes einnimmt und mit einer mehrgleisigen Gefühlsachterbahn zu vergleichen ist. Vor allem während der ersten sechs Monate dieses sog. Kulturschocks rutschen viele in eine ausgeprägte Negativphase, den eigentlichen „Schock“. Ein Zustand, der mit wenigen Worten nur schwer zu beschreiben ist, der sich aber beispielsweise durch ein Gefühl des persönlichen Unvermögens (weil erprobte Verhaltensstrategien nicht zu funktionieren scheinen) oder dem pauschalen Abwerten der neuen Umgebung (Zu Hause wäre sowas nie passiert!) manifestiert. Was Sie dagegen tun können?

Persönlich helfen können Sie während eines Kulturschocks leider nur sehr bedingt. Nutzen Sie stattdessen die Angebote, die der Markt hergibt. Es gibt mittlerweile einige gute und sehr gute Anbieter, die sich auf Partner Support spezialisiert haben. Welches Angebot für Sie interessant sein könnte, hängt selbstverständlich von Ihrem Unternehmen und dem vorhandenen Budget ab. Hier gibt es selbstverständlich alle Varianten – zumindest im englischsprachigen Bereich. Ein Anbietervergleich ist derzeit in Arbeit und wird in den nächsten Wochen erscheinen.

Netzwerken der Expat-Partner fördern

Fördern Sie weiterhin den Austausch Ihrer Expats untereinander. Egal in welchem Land. Auch wenn Probleme teils stark ortsabhängig sind, so gibt es doch eine Gemeinsamkeit: sie alle sind Expats Ihres Unternehmens. Einige Unternehmen arbeiten bereits mit firmeninternen Netzwerken zur Unterstützung der Expat-Partner in allen Ecken der Welt und steigern so ihre Erfolgsquoten nachweislich.

Wenn das für Sie nicht realisierbar ist, gewähren Sie Ihren Expats ein Budget für die Mitgliedschaft in einer lokalen Expat Community. Einige Dienstleister im Onlinebereich sind weltweit vertreten und bieten zum Beispiel entweder Basis oder Premium-Mitgliedschaften (z.B. www.internations.org), und zwar zu äußerst fairen Preisen.

Halten Sie auch nach erfolgreichem Settling-In engen Kontakt. Interessanterweise tritt bei vielen Auslandsentsendungen nach dem Einzug in das neue Heim plötzlich absolute Funkstille zwischen Mitarbeiter und Muttergesellschaft ein, was dazu führt, dass sich viele letztlich abgeschoben oder ausgeschlossen fühlen. Behalten Sie Ihre Expats im Auge und fragen Sie immer mal wieder nach dem werten Befinden. Das vermittelt einfach Rückhalt und Sicherheit im fremden Umfeld. Und stärkt die Loyalität Ihres Mitarbeiters.

Lösungsorientiert vorgehen

Spousal Support statt Spousal Budget. Für eine Entsendung Geld zu bekommen ist toll. Damit shoppen zu gehen super. Aber es hat meines Erachtens keinerlei Auswirkungen auf die persönliche Zufriedenheit eines Menschen. Glauben Sie’s oder nicht: erfahrungsgemäß landet der Großteil des frei verfügbaren Spousal Budgets in irgendwelchen Shoppingmalls. Koppeln Sie deshalb ihr Spousal Budget an eine konkrete Leistung, die der beruflichen oder persönlichen Weiterentwicklung Ihrer Expat-Partner dient. Alles andere ist rausgeworfenes Geld!

Schlagen Sie Ihren Expat-Partnern einige Optionen vor. Je einfacher die Leistung zu bekommen ist, desto schneller wird es doch in Anspruch genommen?! Und wenn der Expat-Partner einige Optionen zur Auswahl präsentiert bekommt, die innerhalb des ihm zur Verfügung stehenden Budgets sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich für eines dieser Angebote entscheiden wird. Um Ihnen die Recherche ein wenig zu erleichtern, werde ich die Angebote auf dem Markt demnächst unter die Lupe nehmen. Wenn Sie den Anbietervergleich bei Erscheinen erhalten möchten, melden Sie sich bitte hier an.

Nicht für jeden Expat-Partner ist Karriere ein Thema. Brauchen diese Menschen etwa keine Unterstützung? Doch! Auch für Partner, die die Zeit im Ausland vielleicht einfach für eine entspannte Auszeit nutzen möchten, ist es hilfreich Neues anzugehen, sei es das Lernen der Sprache, ein erträumtes Hobby oder ein ehrenamtliches Engagement. Ein ExpatCoach hilft an dieser Stelle eine sinnvolle Struktur in das ExpatLeben zu bringen, Ziele zu formulieren, die zur eigenen Persönlichkeit passen und diese unter den örtlichen Gegebenheiten umzusetzen. Und damit kann dann (fast) nichts mehr schiefgehen.

Meine Artikelreihe ERFOLGSSTRATEGIEN FÜR IHRE AUSLANDSENTSENDUNGEN hatte zum Ziel, praxistaugliche Möglichkeiten aufzuzeigen, Ihre Expat-Partner während der ersten 3 Phasen Ihres Auslandsabenteuers (Vorbereitung, Settling-In, Anpassung) effektiv zu unterstützen. Ich glaube, ich konnte Ihnen einige neue Anregungen geben und zeigen, was Sie selbst tun können und welche Dinge Sie vielleicht eher anderen überlassen sollten. Ich hoffe, dass Sie einige Ideen aufnehmen in Ihre zukünftige Arbeit integrieren werden und so den Return on Investment Ihrer Auslandsentsendungen vielleicht maßgeblich verbessern. Alternativ zu diesem „Do-It-Yourself Expat-Partner Support“ befindet sich derzeit ein E-Coachingprogramm speziell für Expat-Partner in der Betaphase.

Die gesamte Artikelreihe ERFOLGSSTRATEGIEN FÜR IHRE AUSLANDSENTSENDUNGEN können Sie hier als .pdf herunterladen.

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Infokasten:

Constance Grunewald-Petschke betreibt den Blog www.what-about-my-pencilskirt.com, auf dem sie regelmäßig über ihr neues Leben als Expat-Frau in Istanbul berichtet. Sie ist außerdem Inhaberin der Agentur „Abroad [relocation.interculture.language]“, die Expats und ihre Familien berät und hat das erste deutschsprachige E-Coachingprogramm speziell für ExpatPartner entwickelt.

E-Mail: c.grunewald@xpat-abroad.com

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Titelfoto: © scusi – Fotolia.com