Ägypten: Online-Shopping auf dem Vormarsch

Die Anzahl der Internetnutzer in Ägypten liegt aktuell bei 31 Millionen. Doch nur etwa zwei Prozent kaufen auch online ein. Zwar erwarten Ägyptens Online-Anbieter ein starkes Wachstum, allerdings sind die Umsätze bislang gering. Das berichtet germany trade & invest (gtai).

In Ägypten stecken Online-Shopping und digitale Werbung noch in den Anfängen. Die Internetdurchdringung ist niedrig, wächst aber stetig. Vor allem die Jugend setzt auf moderne Medien, die seit dem politischen Umbruch einen zentralen Platz im täglichen Leben einnehmen. Interaktiv zu sein in sozialen Netzwerken sowie Online-Benachrichtigungen, Einstellen von Fotos, Video- oder Musiknutzung im Netz, Blogging und Twitter sind Normalität. Etwa 12 Millionen Ägypter nutzen Facebook. Zu den Schwachpunkten zählen eine Begrenzungen bei Anbindung, Reichweite und Tempo bei vergleichsweise hohen Kosten, schreibt gtai in weiter in der Marktanalyse.

35 Prozent der User in Ägypten haben mobilen Internetzugang

Mehr als ein Drittel der Internetnutzer beziehungsweise rund elf Millionen Kunden haben bereits einen mobilen Zugang. Bei den Online-Geschäften sind die Zahlen bisher weniger erfreulich: Nur etwa zwei Prozent der Internetnutzer kaufen online ein. Dabei geht es vorwiegend um den Erwerb von Software und Computerspielen, Filmen und Musik, aber auch um internetfähige Mobiltelefone. Zunehmend auf Interesse stoßen außerdem Autozubehör, Veranstaltungstickets, Kosmetikerzeugnisse und touristische Dienstleistungen.

Die Entwicklung scheint dabei nicht abgeschlossen, so die Ägypten-Experten von gtai, sondern führt möglicherweise zurück in den physischen Handelsbereich. Mit der Übernahme und Anwendung moderner Technologien hat sich eine neue Klasse von Einzelhändlern herausgebildet, die sich nahezu ausschließlich auf das Internet stützt.

Dort sehen Fachleute auch die Notwendigkeit, die online angebotenen Produkte an einem „Ausstellungsort“ wenigstens exemplarisch vorzuzeigen. Alternativ kommen auch Offline-Marketingaktivitäten in Betracht, um Geschäftsnamen und -aktivität ins Blickfeld zu rücken.

Ägypter schätzen persönliche Geschäftsbeziehungen

Der Durchschnittsägypter strebt nach einer persönlichen Beziehung zu seinem Händler, mit dem er auch Konditionen aushandeln kann. Produkte anzufassen und auszuprobieren oder vorgeführt zu bekommen, ist ebenso normal wie das Frage- und Antwort-Spiel vor dem Kauf.

Der größte Onlinehändler im arabischen Raum, souq.com, will sein ägyptisches Geschäft mit Produkten von Raya Company for Communications und Elektronik von Philips erweitern. Die Perspektiven für den Onlinehandel in Ägypten betrachtet das Unternehmen als viel versprechend. Immerhin: Die Zahl der Internetnutzer liegt bei rund 31 Millionen (Durchdringungsrate 38 Prozent). Auf etwa 40 Millionen soll die Nutzerzahl 2013 steigen. Die Wachstumsraten für die größeren und erfolgreichen Online-Anbieter liegen in einer Größenordnung von 20 bis 25 Prozent im Jahr.

Neben souq.com fordert auch nefsak.com mit einem Amazon-ähnlichen Angebotsspektrum die realen Einkaufszentren heraus. Zu den Vorteilen zählt die räumliche Ungebundenheit; die Nachfrage aus den handelsmäßig unterversorgten Regionen wächst stetig.

Kontakt: afrikanahost@gtai.de

Mehr Infos:
Verband: Egyptian Franchise Development Association (EFDA)
Internet: www.efda.org.eg

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