Viele von deutschen Expatriates besetzten Positionen in Japans Wirtschaft sind nach der Katastrophe von Fukushima von Locals übernommen worden. Das berichtet das Portal Japanmarkt.de und beruft sich dabei auf eine entsprechende Studie der Universität Bremen über die Folgen des Tsunami-Desasters auf deutsche Firmen in Japan.
Demnach haben nahezu alle deutschen Expatriates und ein großer Teil der lokal angestellten deutschen Mitarbeiter nach der Reaktorkatastrophe Japan oder zumindest den Raum Tokyo verlassen. Wie professionell die entsendeten Unternehmen mit der Situation umgingen, ließ sich schwer ermitteln, zumindest sei keine einheitliche Strategie erkennbar gewesen. Während einige Firmen ihre Expats anwiesen, das Land zu verlassen, sprachen andere lediglich eine Empfehlung aus oder stellten es ihren deutschen Mitarbeitern frei, ob sie ausreisen sollten oder nicht.
Kritik an Krisenmanagement entsendender Unternehmen
Der Studie zufolge berichteten Expats, die sich entschlossen, nach ihrem Heimataufenthalt wieder nach Japan zurückzukehren, dass sie dies ausschließlich auf ihre eigene Verantwortung tun durften und umfangreiche Erklärungen bei ihrem deutschen Arbeitgeber unterschreiben mussten, damit dieser für etwaige Gesundheitsschäden nicht haftbar gemacht werden könne. Zudem seien einige Expats in Japan vor Ort verärgert darüber gewesen, dass die Mutterhäuser den Medien oftmals mehr Vertrauen schenkten als den Einschätzungen der Mitarbeiter vor Ort.
Jeder dritte deutsche Expat ist nicht zurückgekehrt
Alle befragten Firmen bestätigten, dass ein großer Teil der deutschen Expats nicht wieder nach Japan zurückgekehrt sei oder den Entsendevertrag vorzeitig beendet habe. Insgesamt ist dies der Studie zufolge bei knapp jedem dritten Unternehmen (30 Prozent) der Fall gewesen. Die freien Stellen wurden in der Folge überwiegend von Japanern oder in Japan lebenden Ausländern besetzt, da kurzfristig im Mutterhaus kein Ersatz gefunden werden konnte.
Bei der Frage inwieweit der Abzug deutscher Expats in Japan nach dem Reaktor-Unglück zu einem nachhaltigen Imageschaden für deutsche Unternehmen führen könne, herrschte Einigkeit darüber, dass dies nicht der Fall sei. Dazu trage allein die große Hilfs- und Spendenbereitschaft, an der auch die deutsche Wirtschaft maßgeblich beteiligt war, bei.
Studie zum thema Entsendung in Hochrisikoländer
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