Spanien: Hausärzte sollen Fachärzte ersetzen

14. Dezember 2011

Spanien: Hausärzte sollen Fachärzte ersetzen

Allgemeinmediziner sollen in katalanischen Gesundheitszentren, die in Spanien die Aufgabe von Hausarzt-Praxen übernehmen, künftig auch einige Facharztuntersuchungen ausführen. Auf diese Weise will die Regierung die Kosten im staatlichen Gesundheitssystem weiter senken. Das berichtet die Ärzte Zeitung.

Laut Kataloniens Gesundheitsbeauftragten sollen die Allgemeinmediziner in einer ersten Phase verstärkt vor allem im Bereich der Augenheilkunde, Dermatologie sowie in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde tätig werden. Damit könnten zudem die Wartelisten für Facharztbehandlungen bis 2015 um 15 Prozent gesenkt werden.

Geplant ist, die teuren Facharztbesuche in den kommenden vier Jahren um 30 Prozent zu senken. Wie andere spanische Regionen, muss auch Katalonien im Zuge der sich in Spanien dramatisch zuspitzenden Schuldenkrise sparen, wo es nur kann.

Massenentlassungen in Krankenhäusern geplant

Die katalanische Regionalregierung  setzt dabei den Rotstift stärker als jede andere Region vor allem im staatlichen Gesundheitssystem an. Massenentlassungen in Krankenhäusern sind geplant, Sprechstundenzeiten sollen begrenzt und Operationssäle reduziert werden. Sogar die Hälfte der gesamten Gesundheitszentren sollen in Katalonien im Laufe der kommenden Jahre geschlossen werden, um knapp eine Milliarde Euro, also zehn Prozent des Gesundheitsbudgets einzusparen.

In den vergangenen Monaten kam es wegen der geplanten und bereits in Angriff genommenen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen bereits zu mehreren Protesten von Patienten und Ärztestreiks.

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